Auch star­ke Mus­ter kön­nen fehl­schla­gen. Nut­zen Sie das aus.

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Manch­mal haben Sie ein­fach das per­fek­te Set­up für Ihre Stra­te­gie erwischt und den­no­ch bewe­gen sich die Märk­te buch­stäb­li­ch in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Man nennt dies auch “fehl­ge­schla­ge­ne Mus­ter”. Die­se kön­nen lei­der gen­au so stark sein, wie die Bewe­gung in die Rich­tung, mit der man eigent­li­ch gerech­net hät­te. Dies bedeu­tet ande­rer­seits, dass sie eben­falls gehan­delt wer­den kön­nen. Dies ist eine der Han­dels­stra­te­gi­en, die von Tra­dern oft­mals ver­ges­sen oder ver­nach­läs­sigt wird, jedoch kann die­se Metho­de enorm gewinn­brin­gend sein.

Las­sen Sie uns direkt mit einem Bei­spiel begin­nen. Unten sehen Sie einen Wochen­chart des Wäh­rungs­paa­res EUR/​USD. Am Ende des Charts befin­den sich drei bul­li­sche Pin-​Bars. Die­se prä­sen­tier­ten in mei­nen Augen ein bul­li­sches Sze­na­rio und ich habe erwar­tet, dass die Unter­stüt­zung an die­sen Pin-​Bars hal­ten wür­de und hielt mei­ne EUR/​USD Long-​Position.

 

[Kur­ze Wie­der­ho­lung: Bei einem Pin-​Bar befin­det sich der Kör­per der Ker­ze ent­we­der im oberen oder im unte­ren Drit­tel der Ker­zen­län­ge. Han­delt es sich um ein bul­li­sches Pin-​Bar, befin­det sich der Kör­per im oberen Drit­tel, bei einem bäri­schen Pin-​Bar im unte­ren Drit­tel. Für mich spielt es kei­ne Rol­le, ob der Kör­per schwarz oder weiß ist.]

 

Was pas­siert als Nächs­tes? Sie haben es viel­leicht schon erra­ten: EUR/​USD bricht nach unten aus.

 

Gehen wir es schritt­wei­se an.

Schritt 1. Machen Sie sich klar, dass das Mus­ter auch fehl­schla­gen kann. Wir pla­nen unse­re Tra­des, wir set­zen unse­ren Stop-​Loss, gehen aber noch davon aus, dass der Tra­de sein Ziel errei­chen wird. Sobald Sie sich dar­über im Kla­ren sind, dass das Mus­ter auch fehl­schla­gen kann, kön­nen Sie sich auf die­se Situa­ti­on ent­spre­chend vor­be­rei­ten.

Schritt 2. Gehen wir davon aus, dass wir EUR/​USD han­deln wol­len und das Paar irgend­wo im Bereich des drit­ten Pin-​Bars gehan­delt wird.

Schritt 3. Wenn der Tra­de Ihren Stopp aus­löst, wer­den Sie die Stra­te­gie “Stop and Rever­se” ver­wen­den kön­nen, bei der Sie stop­pen und die Gegen­po­si­ti­on ein­neh­men. Es gibt meh­re­re Mög­lich­kei­ten, wie Sie dies bewerk­stel­li­gen kön­nen, je nach­dem, über wel­che Platt­form Sie Ihre Tra­des aus­füh­ren. Ver­wen­den Sie Meta­Tra­der oder MT4, gibt es kei­ne ein­ge­bau­te “Stop and Rever­se” Funk­ti­on. Sie müs­sen ein­fach nur eine zwei­te Sell-​Order eröff­nen, die sich auf dem glei­chen Level befin­det, wie Ihr bis­he­ri­ger Stop-​Loss. Natür­li­ch soll­ten Sie auch mit dem neu­en Short-​Trade einen ent­spre­chen­den Ziel­kurs, sowie Stop-​Loss set­zen.

Wenn Sie die ursprüng­li­che Long-​Position nicht ein­ge­gan­gen sind, aber das Fehl­schla­gen der Pin-​Bars auf dem Chart gese­hen haben, kön­nen Sie natür­li­ch immer noch eine Short-​Position eröff­nen.

Wer­fen Sie einen Bli­ck zurück auf Ihre bis­he­ri­gen Tra­des, bei denen sol­ch ein fehl­ge­schla­ge­nes Mus­ter ein­ge­tre­ten ist, obwohl Sie das per­fek­te Set­up gefun­den hat­ten. Ach­ten Sie dar­auf, ob die Bewe­gun­gen in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung auch kon­sis­tent genug waren, um Stop & Rever­se Tra­des zu recht­fer­ti­gen.

Als letz­te Anmer­kung muss noch erwähnt wer­den, dass Stop and Rever­se Tra­des psy­cho­lo­gi­sche Dis­zi­plin ver­lan­gen. Sie müs­sen sich nicht nur ein­ge­ste­hen kön­nen, fal­sch gele­gen zu haben, son­dern auch sofort in der Lage sein, die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung zu han­deln. Nie­mand sagt, dass Tra­ding ein­fach ist!