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Car­ry Tra­de – Was ist das?

Fabian Tradingwissen Comments

Immer mal wie­der kann man von soge­nann­ten Car­ry Tra­des lesen, die von gro­ßen Markt­teil­neh­mern abge­wi­ckelt wer­den. Doch was ver­steht man eigent­lich unter einem Car­ry Tra­de?

Gro­ße Anle­ger – meist Hedge­fonds – neh­men einen Kre­dit in einer Wäh­rung mit einem nied­ri­gem Zins­ni­veau auf, um das Kapi­tal in eine Wäh­rung mit höhe­rem Zins­ni­veau zu inves­tie­ren – meist wer­den bspw. Zins­pa­pie­re, aber auch Akti­en gekauft. Die Spe­ku­la­ti­on zielt dar­auf ab, dass durch höhe­re Zins­ein­künf­te nach Rück­zah­lung des Kre­dits noch ein Gewinn bleibt.

Ren­di­te durch Car­ry Tra­des

Die Ren­di­te, die durch Car­ry Tra­des erzielt wird, setzt sich vor allem aus zwei Kom­po­nen­ten zusam­men:

  • der Dif­fe­renz zwi­schen Haben und Soll­zins und
  • der Wech­sel­kurs­ent­wick­lung

Risi­ken für Spe­ku­lan­ten

Für Spe­ku­lan­ten kön­nen Wech­sel­kurs­schwan­kun­gen und Zins­än­de­run­gen pro­ble­ma­tisch wer­den: Ver­än­dern sich die Leit­zin­sen, spie­gelt sich das direkt im Zins­er­trag des Car­ry Tra­des wider. Ein anzie­hen­der Wech­sel­kurs in den Devi­sen, mit wel­chen der Kre­dit auf­ge­nom­men wur­de, ist die größ­te Gefahr für einen Car­ry Tra­de.

USD/​JPY – Der wohl bekann­tes­te Carry-​Trade der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit 

Vor der Finanz­kri­se im Jahr 2008 war der „YEN-​Carry-​Trade” für vie­le Inves­to­ren extrem pro­fi­ta­bel, da die Zin­sen in Japan über lan­ge Zeit auf nied­ri­gem Niveau ver­harr­ten, wäh­rend der US-​Dollar hoch ver­zinst wur­de. Wenn der YEN aber wie im Oktober-​Crash 2008 inner­halb weni­ger Tage um mehr als 10 % steigt, dann ver­liert der Spe­ku­lant mas­siv Geld, da er den Kre­dit in YEN zurück­zah­len muss. Vie­le sehen sich genö­tigt, mög­lichst schnell aus dem Geschäft aus­zu­stei­gen, um die anlau­fen­den Ver­lus­te zu begren­zen. Dies führt aber dazu, dass immer mehr Anle­ger YEN für USD kau­fen. Dadurch steigt der YEN wei­ter an. Es wird also eine Ket­ten­re­ak­ti­on aus­ge­löst.

Auch heu­te sind YEN-​Carry-​Trades noch immer pro­fi­ta­bel und wer­den durch­ge­führt. Aller­dings ist die Mar­ge stark geschrumpft. Wenn immer mehr Inves­to­ren ihre Car­ry Tra­des rück­ab­wi­ckeln müs­sen, kann dies neben dem Ein­fluss auf Wech­sel­kur­se auch zu Ver­kaufs­druck am ent­spre­chen­den Akti­en­markt füh­ren, da die Tra­der dazu gezwun­gen sind ihre Bestän­de zu liqui­die­ren.