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Crash am Horizont?!

Fabian Allgemein Leave a Comment

Zugegeben, US-Wahlkämpfe sind immer etwas besonderes, meist mit viel Show, Glitzer und Glamour – wir Deutsche nehmen sie bisweilen auch als etwas sonderbar wahr. Gerade in diesem Wahlkampf haben sich zwei Kandidaten durchgesetzt an denen sich die Geister scheiden: Zur Wahl stehen der Immobilienmogul Donald Trump für die Republikaner, der vor allem wegen umstrittener Aussagen für Furore sorgt und Hillary Clinton, die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton, die in eine E-Mail-Affäre verwickelt ist.

Auch an den Finanzmärkten ist der Wahlkampf das bestimmende Thema. Dabei kursiert die bange Frage: Kann diese Präsidentschaftswahl einen Crash auslösen – was, wenn Trump doch gewinnen sollte? Schließlich warnt Trump-Biograf David Cay Johnston schon vor Gewalt nach der Wahl.

Da Niemand im Besitz einer Glaskugel ist, müssen wir uns mit gesundem Menschenverstand der Thematik nähren. Dabei ist eine Möglichkeit die Betrachtung der Ist-Situation, um daraus Schlüsse zu ziehen. Im Folgenden möchte ich ein paar Punkte aufführen, warum ich denke, dass diese US-Wahl zu keinem nachhaltigen Crash führen sollte:

  • Statistisch betrachtet ist ein Crash ein sehr seltenes Ereignis. In diesem Jahr hatten wir bereits mit dem Brexit schon einen massiven Abverkauf.

Die nächsten beiden Punkte fassen die aktuell vorherrschende Emotion unter den Marktteilnehmern zusammen – „Angst und Verunsicherung“. Die Wahlentscheidung am Dienstag könnte somit wieder für mehr Planungssicherheit unter den Anlegern sorgen und damit die Zuversicht zurückkehren.

  • Der Absicherungsbedarf unter den Marktteilnehmern ist aktuell hoch – zumindest zeigen das die Daten der CBOE in Chicago. Das Put/Call Ratio erreicht die letzten Tage immer wieder sehr hohe Werte. Es werden also mehr Puts als Calls gekauft.
  • Der Fear&Greed Index von CNN Money zeigt ebenfalls einen hohen Grad an Pessimismus an.
  • Die Indizes scheinen bereits Vieles einzupreisen. Im Gegensatz zum Brexit, als die Märkte im Vorfeld noch stark angestiegen sind, fallen die Indizes seit Tagen zurück. Eine Gegenbewegung wird immer wahrscheinlicher – selbst oder gerade, wenn es doch zu einer kleineren Panik und damit Kurslücke zum ersten Handel an den US-Börsen nach den Wahlen kommt.
  • Aus statistischer Sicht sollten in einem Wahljahr die Indizes im November stärker notieren.

„In Ängsten findet manches statt, Was sonst nicht stattgefunden hat.“ – Wilhelm Busch. In diesem Sinne lasst uns entspannt die kommende Wahlwoche begrüßen.