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DAX-​Allzeithoch ver­tagt aber nicht abge­sagt

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Eine Woche vol­ler Emo­tio­nen liegt hin­ter uns. Damit sind nicht nur die neu­er­li­chen Ter­ror­ak­te oder der poli­ti­sche Umschwung im Ver­hal­ten gegen­über Syri­en gemeint, son­dern viel­mehr die chart­tech­ni­schen Anzie­hungs­kräf­te des All­zeit­hochs und ein Schei­tern im ers­ten Ver­such. Die Vor­wo­chen­ana­ly­se „Sze­na­ri­en kurz vor dem All­zeit­hoch“ (hier auf Trend­Fol­lo­wing ) zeig­ten dies bereits auf.

Ob sich der DAX an die­sem Bild der Vor­wo­che sei­ner Kraft bewusst mach­te oder ein­fach der neue Monat für Kapi­tal­zu­flüs­se sorg­te, kann man im Nach­gang schwer sagen (Rück­blick, Chart aus Vor­wo­chen­ana­ly­se).

 

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Doch die Rich­tung wur­de bei­be­hal­ten. Stör­feu­er gab es erst zur Wochen­mit­te, wel­che jedoch nicht nach­hal­tig waren. Schau­en Sie daher mit mir kurz auf die Ereig­nis­se der Woche zurück, bevor eine Pro­gno­se für die neue Han­dels­wo­che erstellt wird.

 

All­zeit­hoch im ers­ten Anlauf nicht erreicht

 

Der Mon­tag star­te­te vol­ler Zuver­sicht mit einem GAP und neu­en Ver­laufs­hochs. Es wirk­te bei­na­he wie ein Kauf­rausch, der den DAX bereits vor­börs­lich sehr nah an das All­zeit­hoch trieb. Doch mit Eröff­nung des XETRA-​Handels um 9 Uhr tra­ten umge­hend Gewinn­mit­nah­men ein. Nicht ver­wun­der­lich, bei der Stär­ke und vor allem Län­ge des Trends, den wir nun schon seit Mona­ten beob­ach­ten kön­nen. Im End­ef­fekt fehl­ten nur rund 10 Punk­te zum All­zeit­hoch, was ich im Stun­den­chart mit Ein­zeich­nung der Tren­d­rich­tung am Mon­tag fol­gen­der­ma­ßen dar­stell­te:

 

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Das erwähn­te GAP zum Wochen­start wur­de im Ver­lauf des Mon­tags auch geschlos­sen, sodass zumin­dest die­se klei­ne Auf­ga­be erfüllt war. Die GAP’s aus der Vor­wo­che blie­ben jedoch noch geöff­net, was ich am Diens­tag noch ein­mal genau­er visua­li­sier­te:

 

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Vor­erst wur­den sie auch nicht geschlos­sen, ja es sah am Mitt­woch sogar kurz­fris­tig bul­li­scher aus. Das Minus ver­klei­ner­te sich im DAX und ich ging am Mitt­woch von einer Boden­bil­dung aus:

 

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Damit lag ich FALSCH! Auch das muss man objek­tiv ein­räu­men und dar­stel­len. Mehr als ein kur­zes Auf­fla­ckern der Plus­zo­ne und damit einem Pull­back an das Eröff­nungs­ni­veau schaff­te der DAX nicht. Zum XETRA-​Ende schloss er am Tages­tief und nach­börs­lich kam es noch „dicker“ aus Sicht der Bul­len. Mit dem US-​Notenbankprotokoll FOMC und den dar­in ent­hal­te­nen Aus­sa­gen, die Bilanz­sum­me der US-​Notenbank FED zu ver­rin­gern, ver­rin­ger­ten auch die Anle­ger ihre posi­ti­ve Hal­tung und wan­del­ten das Plus an der Wall Street mit zeit­wei­se neu­em Rekord beim Nasdaq in ein Tages­mi­nus zum Han­dels­en­de.

Mit die­sen Vor­aus­set­zun­gen eröff­ne­te der DAX dann am Don­ners­tag mit einem GAP auf der Unter­sei­te und stand damit genau zwi­schen den Kurs­lü­cken der ver­gan­ge­nen Han­dels­ta­ge:

 

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Damit war GAP 2 aus der obe­ren Dar­stel­lung auch geschlos­sen und im Ver­lauf des Don­ners­tags letzt­lich auch das „fri­sche“ GAP. Die­se Bewe­gung war vor allem für Day­t­ra­der gut. Ich han­del­te dies wie im Chart­bild zu sehen bei JFD Bro­kers.

Die Arbeits­markt­da­ten am Frei­tag beein­druck­ten die Märk­te indes nicht wei­ter und auch die poli­ti­sche Lage in Syri­en hin­ter­ließ bis­her (!) an den Märk­ten kei­ne tie­fe­ren Ver­wer­fun­gen. Oder lag es an den feh­len­den Pri­vat­an­le­gern, die auf der Finanz­mes­se INVEST in Stutt­gart den Aus­tausch und Impul­se für ihre Anla­gen such­ten? Ich war auf jeden Fall vor Ort, berich­te ger­ne an ande­rer Stel­le aus­führ­lich dar­über und set­ze hier bereits ein Bild von der Podi­ums­dis­kus­si­on ein, an der ich ein wenig zum The­ma Trump und EZB dis­ku­tie­ren durf­te (Zwei­ter von links).

 

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Die Kara­wa­ne zieht also wei­ter

 

Neben der poli­ti­schen Lage, die sich nun nicht nur in Syri­en, son­dern auch in Rich­tung Korea zuspitzt, fokus­sie­ren wir uns wei­ter­hin auf die Chart­tech­nik. Sie kann die Ereig­nis­se auf kei­nen Fall vor­ab erah­nen, doch einen Hin­weis geben, an wel­chen Punk­ten ande­re Markt­teil­neh­mer aktiv wer­den. Und dies möch­te ich als Tra­der ent­spre­chend nut­zen und dar­an par­ti­zi­pie­ren.

Die Auf­wärts­ten­denz im Tageschart, aus­ge­hend von Novem­ber 2016, ist wei­ter­hin domi­nant und auf meh­re­ren Ebe­nen sicht­bar.

 

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Die Ebe­nen, aus denen die mar­kan­ten Aus­brü­che der ver­gan­ge­nen Wochen erfolg­ten, sind nun Unter­stüt­zungs­le­vels. Teil­wei­se recht weit gefasst, war­ten hier eine Men­ge Markt­teil­neh­mer mit Orders, um an die­sen Levels ent­we­der neu in den Markt ein­zu­stei­gen oder bestehen­de Posi­tio­nen abge­si­chert zu sehen. Ich zeich­ne die­se eben­falls in das Chart­bild ein:

 

 

Kri­tisch wird es daher für mich erst, wenn ein Level unter­schrit­ten wur­de. Dies ist bei 12.050 Punk­ten der Fall, wenn das ein­gangs gezeig­te „letz­te“ offe­ne GAP vor der 12.000er-Marke ange­grif­fen wer­den soll­te. Denn dann kom­men meh­re­re Fak­to­ren zusam­men, wie die Ver­let­zung des klei­nen Auf­wärts­trends, das GAP und auch das obe­re Unter­stüt­zungs­le­vel.

Doch bis dahin sieht das gro­ße Bild wei­ter bul­lisch aus. An Wirt­schafts­da­ten steht in der kom­men­den Woche kein bewe­gen­der Ter­min an. Ein neu­er Angriff auf das All­zeit­hoch kann damit aus chart­tech­ni­scher Sicht vor, zu oder nach Ostern star­ten. Poli­ti­sche Bör­sen aus­ge­klam­mert, denn dar­auf hat, wie ein­gangs geschrie­ben, kein Ana­lyst Ein­fluss, son­dern höchs­tens eine Mei­nung. Die­se spa­re ich mir jedoch im Dayt­ra­ding und wer­de wei­ter­hin objek­tiv beim Blick auf die Märk­te und im Tra­ding blei­ben.

 

Kom­men Sie gut in die neue Han­dels­wo­che,
Bes­te Grü­ße sagt Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)