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DAX-​Chartanalyse: Das nächs­te Signal

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Die Vor­wo­che hat­te wie­der ordent­lich Vola­ti­li­tät im Gepäck. Dies gefiel den Tra­dern und kurz­fris­ti­gen Markt­ak­teu­ren, brach­te aber unter dem Strich für Anle­ger wenig Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al. Denn der DAX leg­te im Wochen­ver­gleich um nur 0,4 Pro­zent zu, wäh­rend der Dow Jones 0,4 Pro­zent ver­lor. Eine glo­ba­le Diver­si­fi­ka­ti­on an die­sen Stel­len hät­te somit kei­ne Bewe­gung gebracht.

Signa­le der Vor­wo­che

Die Woche star­te­te erst am Diens­tag und recht schwach. Viel­leicht auch ein wenig durch die Ergeb­nis­se des Türkei-​Votums und der Außen­wir­kung auf die EU bedingt. Wäh­rend der DAX auf die 12.000 zusteu­er­te, bete­ten die Anle­ger an der Wall Street, dass der Abwärts­trend sich nicht beschleu­ni­gen wür­de. Das vor­börs­li­che Bild beim Dow Jones dazu sah nicht gut aus:

 

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Doch mit der Eröff­nung konn­te der dort ver­zeich­ne­te Trend gebro­chen wer­den und „Schlim­me­res“ wur­de ver­hin­dert. Ja, es ent­stand sogar ein tol­les Kauf­si­gnal dadurch! Am Mon­tag­abend sah das Chart­bild bei next­mar­kets dann so aus:

 

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Per XETRA-​Schluss wur­de übri­gens die 12.000 am Diens­tag punkt­ge­nau geret­tet!

Der DAX ver­such­te, die­se Bewe­gung am Mitt­woch dann nach­zu­voll­zie­hen. Dies zumin­dest zur Han­dels­er­öff­nung, denn danach ver­lie­ßen ihn die Kräf­te wie­der. Auf der Unter­sei­te trat nun das GAP aus Ende März (gezeigt in der Vor­wo­chen­ana­ly­se auf Trend­Fol­lo­wing ->) in den Fokus:

 

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Lan­ge hielt es nicht stand und wie bei GAP’s sehr oft zu beob­ach­ten, wur­de es dann auch zeit­nah (ab dem Punkt des Ein­tritts) geschlos­sen. Ein guter Punkt für Tra­der, die auf Chart­tech­nik zur Ana­ly­se set­zen.

Der Mitt­woch offen­bar­te damit jedoch immer noch den Abwärts­trend, begin­nend ab dem Zwei­jah­res­hoch:

 

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Auch wenn es danach für den Rest der Han­dels­wo­che einen Kampf um die 12.000er-Marke gab, konn­te die Abwärts­ten­denz nicht über­wun­den wer­den und es blieb ein „Ers­tes Warn­si­gnal im Tageschart“ zurück:

 

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Dar­an änder­te auch die klei­ne Auf­hol­jagd am Frei­tag­nach­mit­tag nichts. Sie ent­stand wegen posi­ti­ver BMW und Allianz-​Zahlen und eben­falls posi­ti­ven US-​Quartalszahlen aus dem Finanz­sek­tor wie bspw. von Blackstone.

Ins­ge­samt schlos­sen alle 4 Han­dels­ta­ge der Vor­wo­che über 12.000 Punk­ten, auch wenn es zwi­schen­zeit­lich immer wie­der zu Abga­be­druck dar­un­ter kam. Auf die­se Mar­ke hin zu han­deln wur­de somit immer wie­der belohnt. Dies setz­te ich bei JFD Bro­kers um.

 

Sze­na­ri­en für die neue Han­dels­wo­che

Die Poli­tik und damit die Rei­bun­gen zwi­schen Donald Trump und Nord­ko­rea tra­ten etwas in den Hin­ter­grund. Im Vor­feld der neu­en Bör­sen­wo­che kommt der aktu­ell noch lau­fen­den Wahl in Frank­reich eine erhöh­te Bedeu­tung zu. Denn dies kann ähn­lich wie die Brexit-​Abstimmung ein Votum für oder gegen Euro­pa dar­stel­len. Emp­find­lich dürf­ten daher nicht nur der Euro, son­dern auch der Euro­sto­xx und der DAX auf das Ergeb­nis reagie­ren. Doch vor­ab dar­über zu spe­ku­lie­ren ist nicht sinn­voll, daher „igno­rie­re“ ich das The­ma im Rah­men die­ser Nach­richt und wid­me mich objek­tiv dem Chart­bild.

Hier ist der Tageschart, wie bereits am Don­ners­tag gezeigt, mit einem ers­ten Warn­si­gnal stig­ma­ti­siert. Zeich­net man die gro­ße Auf­wärts­be­we­gung dort in einem Kanal ein, dann wur­de die­ser nach unten ver­las­sen. Die Dyna­mik nahm hier jedoch nicht zu, was den Aus­bruch etwas abschwäch­te und per Freitags-​Schluss sogar an die Kan­te zurück­führ­te. Im Tageschart sieht die­ser Aus­bruch nun so aus:

 

 

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Gehen wir eine Ebe­ne tie­fer in das Chart­bild hin­ein, befin­den wir uns im Stun­den­chart. Dort über­neh­me ich die­se Trend­li­nie und füge ihr eine wei­te­re Linie zu, die ab dem geschei­ter­ten Ver­such am All­zeit­hoch eine Abwärts­be­we­gung ein­lei­te­te. Die­se Abwärts­be­we­gung, wel­che eben­falls sehr trend­för­mig aus­sieht, besteht nun schon seit 3 Wochen.

 

 

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Inter­es­sant ist das Zusam­men­tref­fen die­ser bei­den Lini­en im Bereich von 12.030 bis 12.090 Punk­ten. Genau hier fand der „Kampf“ am Frei­tag auch statt. Denn auf die­se Chart­bil­der schau­en nicht nur wir, son­dern auch eine Men­ge ande­re Akteu­re. Ein Aus­bruch kann daher trend­be­stim­mend sein und eine grö­ße­re Bewe­gung nach sich zie­hen.

Im Fal­le eines Aus­bruchs auf der Ober­sei­te steht eine „grü­ne Zeit“ bevor mit Kur­sen von min­des­tens 12.200 Punk­ten und einer guten Wahr­schein­lich­keit, erneut das All­zeit­hoch anzu­steu­ern. Aus­lö­ser kann dafür die Frankreich-​Wahl oder aber ein tol­ler Steu­er­plan von Donald Trump sein. Was auch immer als „Grund“ dann durch die Medi­en gehen wird, der Trig­ger für einen chart­tech­ni­schen Han­del des Sze­na­ri­os liegt bei knapp 12.100 Punk­ten.

 

 

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Dunk­le oder rote Kurs­zet­tel erwar­te ich erst, wenn auf Tages­ba­sis der Dax unter 12.000 Punk­ten schließt und damit auch die ein­ge­zeich­ne­te hori­zon­ta­le Unter­stüt­zung ver­lässt. Sie war im GAP-​Bild übri­gens schon seit zwei Wochen blau mar­kiert.

 

 

 

 

Bei­de Sze­na­ri­en habe ich in die­ser Woche farb­li­cher her­vor­ge­ho­ben. Wenn es Ihnen gefällt, geben Sie mir ein ent­spre­chen­des Signal durch Tei­lung des Arti­kels, Like oder Kom­men­tar.

Die­se Aus­füh­run­gen stel­len nur mei­ne Ansicht zum Sonn­tag dar. Sie sind kei­ne Han­dels­emp­feh­lung und auch kein Han­dels­plan, dem sich der Markt unter­ord­nen muss. Die kon­kre­ten Ein­stie­ge wäge ich natür­lich intra­day in der ent­spre­chen­den Dis­kus­si­on und vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Ereig­nis­se ab.

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,
Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)