DAX-​Chartanalyse: Die Panik war über­trie­ben

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Die gute Nach­richt vor­weg: Der DAX bewegt sich wie­der. Als Kehr­sei­te die­ser Vola­ti­li­tät brach­te er jedoch nicht für alle Markt­teil­neh­mer die rich­ti­gen Impul­se. Dies ist an der Bör­se jedoch nor­mal und wie im pri­va­ten Umfeld kann der DAX es eben nicht allen gleich­zei­tig Recht machen. Ein kur­zer Rück­blick und die fol­gen­de chart­tech­ni­sche Betrach­tung soll Ihnen nun den Sonn­tag und spä­ter den Han­dels­start in die neue Woche ver­sü­ßen.

Ansprung der Vola­ti­li­tät

Nach der „extrem lang­wei­li­gen Vor­wo­che“ (sie­he Vor­wo­chen­ana­ly­se HIER auf Trend­Fol­lo­wing)  star­te­te der DAX zunächst posi­tiv und bereits über der Vorwochen-​Zone, die ich dort mar­kiert hat­te:

Ein ers­ter Aus­bruchs­ver­such war damit gege­ben, ver­lief jedoch schon nach den ers­ten Han­dels­mi­nu­ten rück­läu­fig. Das GAP war etwas zu groß und so bot sich, wie hier auf next­mar­kets als Coach gezeigt auch gleich ein GAP-​Trade an:

Erst bei 12.730 Punk­ten kam der Markt schließ­lich zum Ste­hen und lock­te neue Käu­fer an. Die­se kamen dann jedoch sehr mas­siv in der zwei­ten Tages­hälf­te und schaff­ten sogar einen Schluss­kurs über 12.800 Punk­ten und damit ein Tages-​Reversal.

In der Band­brei­te zwi­schen Vorwochen-​Hochs und Mon­tags­er­öff­nung spiel­te sich der DAX am Diens­tag ein. Er ver­such­te erneut auf der Ober­sei­te aus­zu­bre­chen, wie hier zu sehen war:

Mit Kur­sen von 12.841 Punk­ten mar­kier­te er am Diens­tag zwar ein neu­es XETRA-​Allzeithoch, hielt dies jedoch nicht bis zum Fei­er­abend durch. Und dann kam der Mitt­woch.…

 

Bereits zur Eröff­nung gab es im Markt Ver­kaufs­druck, der aus den USA her­rühr­te. Denn dort nahm die Unsi­cher­heit über den US-​Präsidenten Trump und etwai­gen Ver­bin­dun­gen zu Russ­land zu. Beein­flus­sung von FBI-​Chef Comey, des­sen Ent­las­sung und bri­san­te Gesprächs­pro­to­kol­le könn­ten im Extrem­fall sogar zu einem Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren füh­ren. Doch was hat dies mit der Bör­se zu tun?

Die Ant­wort ist recht nahe­lie­gend: Eine so gro­ße Wirt­schafts­macht wie die USA ohne Füh­rungs­rol­le UND ein Weg­fall der Ver­spre­chun­gen wie Steu­er­re­form und Infra­struk­tur­in­ves­ti­tio­nen wären für die US-​Wirtschaft ein har­ter Schlag. Und damit auch für die bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men, die letzt­lich AUCH wegen die­ser Phan­ta­si­en im ver­gan­ge­nen hal­ben Jahr so stark gelau­fen waren. Es ent­stand dabei übri­gens der größ­te Tages­ver­lust im Dow Jones seit dem Amts­an­tritt von Donald Trump! Und dies am Geburts­tag der Wall Street, die 225 Jah­re alt wur­de.

Der DAX ging somit bereits am Mor­gen in Deckung und leg­te ein mög­li­ches Mehrfach-​Hoch frei:

Gehan­delt hat­te ich dies mit JFD Bro­kers, wer dazu unver­bind­li­che Infor­ma­tio­nen sucht, ein­fach HIER kli­cken.

Par­al­lel dazu gab es im Gold (immer wie­der als „Kri­sen­wäh­rung“ benannt) ein Kauf­si­gnal:

Das hat­te ich als News HIER abge­legt und ent­spre­chend gehan­delt: http://​www​.tra​ding​-treff​.de/​t​r​a​d​i​n​g​-​a​n​-​d​e​r​-​b​o​e​r​s​e​/​t​r​a​d​i​n​g​-​s​i​g​n​a​l​-​i​m​-​g​old Das Kurs­ziel wur­de übri­gens einen Tag spä­ter schon erreicht.

Der Druck im DAX führ­te ihn unter die Mar­ke von 12.600 und sorg­te auch im wei­te­ren Ver­lauf am Don­ners­tag für anhal­ten­de Unsi­cher­heit. Es hat­te sich ein star­ker Trend für die Bären her­aus­ge­bil­det:

wel­cher direkt zur Unter­stüt­zung bzw. einem noch offe­nen GAP vom 04. Mai führ­te:

Wer hier nicht auf der bäri­schen Sei­te posi­tio­niert war, war gut bera­ten, nicht in das fal­len­de Mes­ser zu grei­fen. Denn anders als noch seit Wochen gewohnt, kam nicht bereits nach 50 oder 100 Punk­ten ein V-​Reversal mit schnel­lem Rich­tungs­wech­sel. Es muss­te auf ein ent­spre­chen­des Signal gewar­tet wer­den. Ein sol­ches lag erst am Nach­mit­tag vor, wie ich eben­falls auf next­mar­kets vor­stell­te:

Es führ­te letzt­lich zur Ein­däm­mung der Wochen­ver­lus­te, jedoch nicht mehr an die Hoch­punk­te her­an. Am Ende blieb ein Minus auf Wochen­ba­sis von genau einem Pro­zent im DAX. Kein Grund für eine Panik, aber doch ein Wach­rüt­teln für die Bul­len.

 

Aus­blick auf die neue Han­dels­wo­che

Grei­fen wir das Chart­bild (Stun­den­chart) aus der Vor­wo­che mit der sehr gerin­gen Vola­ti­li­tät und der Trend­li­nie ab Frankreich-​Wahl noch ein­mal auf:

Hier wur­de der gezeig­te Trend klar gebro­chen, zur Ver­deut­li­chung erfolgt nun eine  Umschal­tung auf 4 Stun­den Chart:

 

Das Ende die­ser Bewe­gung und damit die Unter­stüt­zung im Markt fand sich bei knapp unter 12.500 Punk­ten und damit den Hochs aus Ende April:

Von hier gelang ein dyna­mi­scher Anstieg von in der Spit­ze 170 Punk­ten. Eine Trend­wen­de ist dies jedoch, wie im Forum bereits ver­merkt, nicht. Für das kom­men­de Signal ist viel­mehr der Bereich von 12.600 bis 12.650 rele­vant.

Aus die­sem Grund habe ich den Bereich ein­mal im Stun­den­chart gelb mar­kiert. Er erstreckt sich mit meh­re­ren Berüh­rungs­punk­ten seit Monats­be­ginn nun durch die Chart­land­schaft:

Basie­rend auf die­ser Ein­stel­lung ist ein Aus­bruch für mich ein jeweils pro­zy­kli­sches Signal. Kon­kret: Kur­se über 12.650 sind ein Long-​Signal und Kur­se unter 12.587 (Tief­punkt von Mitt­woch) das ent­spre­chen­de Short-​Signal. Im Chart ver­or­tet sehen die­se bei­den Trig­ger wie folgt aus:

An Ter­mi­nen neben „Donald Trump“, dem ein eige­ner Dau­er­ter­min ein­ge­räumt wer­den soll­te, steht am Mitt­woch das Noten­bank­pro­to­koll FOMC um 20 Uhr als wich­tigs­ter Ter­min an.

Doch soweit ist es noch nicht und wir soll­ten die ers­ten Kur­se zum Wochen­start abwar­ten und dann erst ent­spre­chend reagie­ren.

Dazu wün­sche ich Ihnen viel Erfolg und ver­blei­be mit den bes­ten Grü­ßen,

Andre­as Muel­ler – Bernecker1977