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DAX-​Chartanalyse: Ein Schritt zurück und dann…

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Es ist manch­mal wie mit klei­nen Kin­dern. In der Vor­wo­che noch gelobt, bekam dies dem DAX so gar nicht gut. Kaum war eine „Neue Stu­fe im Trend erreicht“ (so der Titel in der Vor­wo­che auf Trend­Fol­lo­wing, sie­he hier ->), ver­lo­ren die Bul­len das Inter­es­se und atme­ten erst ein­mal durch. Dabei wur­den eini­ge Mar­ken ver­letzt, die vor­ab als wich­tig gal­ten und eine alte Ran­ge wie­der­ent­deckt. Was blieb war ein mode­ra­tes Wochen­mi­nus von 1,38% und eine erstark­te Wall Street. Für die Bewe­gun­gen ver­ant­wort­lich waren neben Quar­tals­zah­len vor allem neue Konjunktur- und Noten­bank­da­ten aus den USA. Dazu in fol­gen­der Ana­ly­se mehr.

Auf­ar­bei­tung der Vor­wo­che

Im Rück­blick hat­te ich für die Wochen­vor­be­rei­tung wie gewohnt zwei Sze­na­ri­en erar­bei­tet. Das bul­li­sche Sze­na­rio konn­te man sofort am Mon­tag zur Sei­te legen, denn der gezeig­te Aus­bruch aus dem Kanal (Chart­rück­blick)

 

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fand nicht statt. Schlim­mer noch (aus Sicht der Bul­len) – es kam zu einer Ver­schär­fung der Dyna­mik und damit einem Ver­las­sen auf der Unter­sei­te der Kanal­be­gren­zun­gen. Dies wur­de am Mon­tag­mit­tag recht deut­lich sicht­bar und war (im Nach­gang betrach­tet in der Com­mu­ni­ty so gezeigt) eine kurz­fris­ti­ge Über­trei­bung:

 

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Damit lös­te sie jedoch das „kri­ti­sche Level“ aus der Vor­wo­chen­ana­ly­se aus, wel­che ich bei 11.700 skiz­zier­te:

 

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In der Tat ging die­ses Signal bis zum unte­ren Ende der blau skiz­zier­ten Ran­ge bei rund 11.53x Punk­ten!

Natür­lich leb­te der DAX damit kein Eigen­le­ben vor, son­dern reagier­te auf die poli­ti­schen Ereig­nis­se aus den USA. Hier gab es nur weni­ge Tage nach dem Amts­an­tritt des neu­en US-​Präsidenten Trump die ers­ten Zwei­fel an sei­ner Poli­tik und vor allem gro­ßen öffent­li­chen Gegen­wind. Die­ser wur­de auch an der Wall Street ver­nom­men, wo der Dow Jones am Mon­tag nicht nur die 20.000er-Marke durch­brach (dies­mal von oben nach unten), son­dern die­se Tages­ker­ze auch wei­ter aus­bau­te. Gezeigt eben­falls in diver­sen Foren und auf mei­nem Facebook-​Kanal.

 

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Sie konn­te nicht so ein­fach zurück­er­obert wer­den. Schwä­che­re Arbeits­kos­ten und ein schwä­che­res Ver­brau­cher­ver­trau­en in den USA lie­ßen Zwei­fel am Wachs­tums­kurs auf­kom­men. Auch wenn die Apple-​Quartalszahlen mit einem Rekord­ab­satz beim iPho­ne nach­börs­lich gut auf­ge­nom­men wur­den, tat sich der DAX in den fol­gen­den Tagen schwer, an sei­ne Stär­ke der Vor­wo­che anzu­knüp­fen. Ehe­ma­li­ge Unter­stüt­zun­gen wur­den nun zu Wider­stän­den, wie am Diens­tag hier gezeigt:

 

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Bis knapp über 11.600 brei­te­te sich die Schwä­che aus, setz­te sich jedoch nicht dar­un­ter fort. Ein Hoff­nungs­schim­mer für alle Inves­to­ren, die am Mitt­woch dann auf die US-​Notenbank und deren Zins­ent­scheid schau­ten. Mit eini­gen Vor­schuss­lor­bee­ren und einem deut­lich ange­stie­ge­nen ADP Arbeits­markt­be­richt fie­ber­te der DAX die­sem Ter­min posi­tiv ent­ge­gen:

 

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(Aus­zug aus Forum-​Eintrag am Mit­tag), doch konn­te sich erneut nicht merk­lich über der 11.710 abset­zen. Die Begren­zun­gen waren somit für den Tag nach der Noten­bank­sit­zung, in der es übri­gens kei­ne Ent­schei­dung und damit auch kei­ne Zins­än­de­rung gab, defi­niert.

 

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Die­se Zone soll­te bis in den Frei­tag hin­ein Bestand haben, an dem die Arbeits­markt­da­ten aus den USA mit Span­nung erwar­tet wur­den. Dar­an änder­ten auch die Quar­tals­zah­len der Deut­schen Bank nichts, wel­che vom Markt am Don­ners­tag sehr nega­tiv auf­ge­nom­men wur­den.

Der Blick auf die USA ent­schä­dig­te dann am Frei­tag wie­der, denn die Arbeits­markt­da­ten sahen ähn­lich posi­tiv wie die zuvor ver­mel­de­ten Erst­an­trä­ge und ADP-​Daten aus und ent­fach­ten eine klei­ne Ral­ly hin zu run­den Chart­mar­ken mit ent­spre­chen­der Vola­ti­li­tät:

 

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Dies hat­te ich vor der US-​Eröffnung gezeigt und mit JFD Bro­kers live gehan­delt (Für Infos hier kli­cken).

Im Detail kamen die s.g. Non-​Farm Pay­rolls mit +227.000  nach erwar­te­ten +180.000 neu­en Stel­len raus. Wäh­rend der Dow Jones in des­sen Fol­ge „sei­ne“ run­de Mar­ke über­tref­fen und sich damit erneut einem All­zeit­hoch nähern konn­te, war beim DAX schon die sprich­wört­li­che „Luft raus“. Immer­hin waren es ja auch US-​Daten. Er ret­te­te den­noch ein Tages­plus, hielt sich damit aber leicht ent­fernt von den Tages- und Wochen­hochs.

Das erwar­tet uns in der neu­en Han­dels­wo­che

Für die neue Han­dels­wo­che ste­hen nicht ganz so gewich­ti­ge Events aus der Volks­wirt­schaft­li­chen Daten­ecke an. Am Diens­tag die US-​Handelsbilanz aus dem Monat Dezem­ber, Don­ners­tag wie immer die US-​Erstanträge auf Arbeits­lo­sen­hil­fe und Frei­tag die US-​Einfuhrpreise und US-​Ausfuhrpreise des Monats Janu­ar. Zeit also, um sich auf die chart­tech­ni­schen Gege­ben­hei­ten der Märk­te zu fokus­sie­ren und nicht in ein Abwar­ten vor der Zah­len­flut ein­zu­tau­chen.

Der schnel­le aber durch­aus noch gesun­de Abver­kauf im DAX zum Wochen­start ließ ihn unter der Aus­bruchs­le­vel 11.700 fal­len und damit zurück in die davor sehr domi­nan­te Ran­ge. Per Wochen­schluss­kurs lie­gen wir genau auf die­ser Ran­ge, die ich hier erneut blau mar­kie­re und optisch wie in den Vor­wo­chen im Stun­den­chart mar­kie­re:

 

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Von den Hochs aus kann zudem eine Abwärts­trend­li­nie ange­legt wer­den. Soll­te der DAX die­se nicht über­win­den, ist ein Range-​Handel sehr wahr­schein­lich und damit ein erneu­tes Ein­tau­chen unter 11.650 mit Ziel der Vor­wo­chen­tiefs und damit der unte­ren blau­en Ran­ge­kan­te. Dies mar­kie­re ich mit einem roten Pfeil:

 

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Wenn die Stär­ke der US-​Indizes jedoch erhal­ten bleibt und der Dow Jones sein All­zeit­hoch top­pen soll­te, wird dies den DAX auch nicht kalt las­sen. Ein Aus­bruch über die gezeig­te Abwärts­trend­li­nie wäre somit für das Long-​Szenario der ers­te posi­ti­ve Schritt, dem dann ein Bruch der 11.720 fol­gen muss.

 

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Luft wäre damit bis 11.750 Punk­te. Für bei­de Sze­na­ri­en gilt natür­lich wie­der: Wenn – Dann, kei­ne 100% Regel, aber ein Anhalts­punkt für die Posi­tio­nie­rung, wenn Bewe­gung ent­ste­hen kann. Poli­ti­sche Mel­dun­gen oder die wei­te­ren Quar­tals­zah­len kann ich hier­bei nicht berück­sich­ti­gen oder gar vor­weg­neh­men. Das eige­ne Risi­ko­ma­nage­ment und einen offe­nen Blick auf die aktu­el­len Gescheh­nis­se set­ze ich somit vor­aus und freue mich schon heu­te auf den Aus­tausch auf den bekann­ten Kanä­len.

 

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)