DAX-​Chartanalyse: Kor­rek­tur vor oder nach der 13.000 ?

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Die Ral­lye setz­te sich also fort – erst zöger­lich, doch zum Wochen­aus­gang sehr mas­siv. Es war kein glo­ba­les Phä­no­men, son­dern viel­mehr eine euro­päi­sche Ral­lye. Allein bis XETRA-​Schluss im DAX konn­te die­ser um 2,24 Pro­zent zule­gen UND nach­börs­lich noch ein­mal 100 Punk­te als Bonus ver­bu­chen. War­um und wes­halb und vor allem wann kommt die Kor­rek­tur die­ser Bewe­gung, bewegt die Tra­der zum Wochen­start und ist Kern die­ser Ana­ly­se.

Auf­ar­bei­tung der Gescheh­nis­se

In der Vor­wo­che hat­te ich bereits auf die Mög­lich­keit einer Kor­rek­tur hin­ge­wie­sen. Denn eine „Kor­rek­tur nach dem All­zeit­hoch“ (HIER auf Trend­Fol­lo­wing -> ) wäre nicht nur gesund, son­dern auch chart­tech­nisch nötig. Dabei hat­te ich das Kor­rek­turziel (1) mit dem ehe­ma­li­gen All­zeit­hoch gekop­pelt und so dar­ge­stellt:

 

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Bis zu die­sem Punkt lie­ßen die Bul­len jedoch den Markt nicht kor­ri­gie­ren. In der tiefs­ten Bewe­gung gleich am Diens­tag kor­ri­gier­te der DAX nur bis 12.433 Punk­te und erreich­te damit das skiz­zier­te Kor­rek­turziel (1) NICHT. Ein extrem star­kes Zei­chen, was sich mit neu­en All­zeit­hochs am Mitt­woch gleich noch ein­mal ver­stärk­te.

Die Kor­re­la­ti­ons­märk­te Gold und Öl tru­gen hier eben­falls zu einer Umschich­tung bei. Der Gold­preis fiel bereits am Mon­tag, als in Deutsch­land noch Fei­er­tag war, rasant:

 

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Bis zum Wochen­schluss fiel Gold übri­gens auf 1.228 US-​Dollar und bracht damit die 200-​Tage-​Linie.

Eben­so tru­gen auch die Rekord­zah­len von Face­book zur Eupho­rie bei und natür­lich die Apple-​Quartalszahlen, wel­che den Sprung zur Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von 773 Mil­li­ar­den erzeug­ten!

So fiel die anvi­sier­te Kor­rek­tur im DAX sehr gering aus und das GAP wur­de ein­fach igno­riert.

 

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Ohne Stör­feu­er von der US-​Notenbank FED am Mitt­woch, bei der kei­ne Zins­än­de­rung erfolg­te, ging die Dyna­mik somit auch am Gesamt­markt wei­ter und wur­de von den posi­ti­ven Unter­neh­mens­er­geb­nis­sen der US-​Schwergewichte am Akti­en­markt noch ein­mal ange­heizt. Dabei trüb­ten auch die gerin­ge­ren Ver­kaufs­zah­len von Tes­la, übri­gens nun der wert­volls­te Auto­bau­er der USA, den Gesamt­markt nicht.

Zum Wochen­aus­klang unter­stütz­ten die US-​Arbeitsmarktdaten noch ein­mal. Die Beschäf­ti­gungs­zahl stieg im April stär­ker als erwar­tet um 210.000 neue Stel­len außer­halb der Land­wirt­schaft. Exper­ten hat­ten mit 185.000 gerech­net. Damit liegt auch die Erwerbs­lo­sen­quo­te sehr tief bei 4,4 Pro­zent und mar­kiert damit den tiefs­ten Wert seit 10 Jah­ren! Nicht ver­wun­der­lich, dass der Dow Jones sei­ne run­de Mar­ke von 21.000 Punk­ten zum Wochen­en­de erneut errei­chen konn­te.

Ein Plus der Sta­tis­tik kam hin­zu. Trend­wo­chen ver­stär­ken sich in der Regel am Frei­tag. Und dafür taten die Bro­ker auch eini­ges, denn die Mar­gins wur­den im Vor­feld der Frankreich-​Wahl für die meis­ten Tra­der ange­ho­ben. Klick – Klack – Posi­ti­on geschlos­sen, hieß es dann für vie­le Bären noch ein­mal zum Wochen­en­de.

 

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Ob zu vor­ei­lig oder gera­de noch recht­zei­tig, wer­den wir wohl in weni­gen Stun­den erst sehen.

Wochen­aus­blick

Mit Über­schrei­tung des ehe­ma­li­gen All­zeit­hochs knapp unter 12.400 Punk­ten wur­den wei­te­re Kauf­si­gna­le in den gro­ßen Zeit­ebe­nen gene­riert. Auf die­se ach­ten vor allem insti­tu­tio­nel­le Anle­ger wie Pen­si­ons­fonds und Ver­mö­gens­ver­wal­ter. Sich gegen die­sen gro­ßen Kapi­tal­fluss zu stem­men, ist sehr gefähr­lich. Die Tat­sa­che, dass nicht ein­mal das Kor­rek­turziel (1) aus der Vor­wo­che und damit ein Pull­back zu die­sem Aus­bruchs­le­vel erfolg­te, zeigt die hohe Dyna­mik die­ser Bewe­gung.

Zur Dar­stel­lung des Tagescharts nut­ze ich heu­te den Voll­zeit­chart, also auch außer­halb der XETRA-​Handelszeiten. Dort ist die nach­börs­li­che Bewe­gung vom Frei­tag mit abge­bil­det. Klar zu sehen ist die Auf­wärts­ten­denz und eben­falls gut erkenn­bar die Dyna­mik ab Über­schrei­tung der 12.400 Punk­te.

 

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Immer­hin rund 400 Punk­te oder 3 Pro­zent erzeug­te die­ser Aus­bruch auf hohem Niveau noch ein­mal. Damit ist der DAX seit Jah­res­start in der Per­for­mance bereits zwei­stel­lig! Zum Ver­gleich: Eine durch­schnitt­li­che Jah­res­per­for­mance im DAX beträgt etwa 7,5 Pro­zent.

Jah­res­ziel also erfüllt und das war’s?

Ganz so ein­fach ist es dann doch nicht. JA, die Kor­rek­tur ist nicht erfolgt bzw. zu klein aus­ge­fal­len, aber JA, wir haben noch immer his­to­risch nied­ri­ge Zin­sen, Gold und Öl sind Under­per­for­mer und damit Akti­en aktu­ell wei­ter­hin die ein­zig ertrag­rei­che Asset­klas­se.

Einen Wen­de­punkt kann man im Chart­bild bei einem ALLZEITHOCH schwer­lich fin­den. Dies lie­fert viel­leicht die Elliott-​Wave-​Theorie oder Fibo­nac­ci  – bei­des wen­de ich jedoch nicht an. Die Dyna­mik ist wei­ter­hin intakt, der Markt somit „heiß“ und womög­lich auch „heiß gelau­fen“, doch nun zieht schon die nächs­te run­de Chart­mar­ke -> 13.000 Punk­te.

Der Wochen­chart ver­deut­licht dies noch ein­mal:

 

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Und sind wir ehr­lich: Es sind vom Frei­tags­stand 22 Uhr nur 1,5 Pro­zent bis zur 13.000er-Marke. Ein Klacks für den DAX – dies reimt sich sogar.

In Abhän­gig­keit des Wahl­aus­gangs in Frank­reich könn­te es somit bereits Mon­tag soweit sein.

Nach aktu­el­lem Stand wird der DAX (alle poli­ti­schen Ereig­nis­se aus­ge­klam­mert, rei­ne Chart­tech­nik) mit einem GAP den XETRA-​Handel eröff­nen. Schau­en wir dabei auf den XETRA-​Chart von 9.00 bis 17.30 Uhr zurück, ist dies rechts oben abge­tra­gen:

 

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Bis zu die­sem Punkt wäre die Kor­rek­tur somit kein Bein­bruch für den Trend und gut mög­lich. Ja, sogar eine Kor­rek­tur bis zu der grob ein­ge­zeich­ne­ten Auf­wärts­trend­li­nie vom Frei­tag­nach­mit­tag ist hier­bei noch im akzep­ta­blen Raum. Erst dar­un­ter wür­de für mich ein Short-​Signal ent­ste­hen, wel­ches über meh­re­re Stun­den bis Tage eine Rele­vanz besitzt

Ich zeich­ne mir daher die­se Linie am Mon­tag im Chart­bild erneut ein und beob­ach­te die­se als Trig­ger. Eben­falls auf der „Watch­list“ ist die psy­cho­lo­gi­sche 13.000 – was kommt zuerst? Eigent­lich für Day­t­ra­der egal, die kei­ne Posi­tio­nen mit im Wochen­en­de hat­ten. Doch span­nend aus­zu­dis­ku­tie­ren. Dazu emp­feh­le ich die Tages-​Trading-​Chancen.

Las­sen Sie sich also von den poli­ti­schen Bör­sen nicht ver­un­si­chern. Tra­ding ist kein MUSS und wenn Ihre Mei­nung nicht zum Chart­bild passt, ver­zich­ten Sie lie­ber auf die Trans­ak­ti­on.

Viel Erfolg wünscht dabei Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)