DAX-​Chartanalyse nach neu­em All­zeit­hoch

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Der DAX schaff­te es in der Vor­wo­che erneut, den Wochen­sal­do als Ver­än­de­rung gering zu hal­ten. Mit einem Minus von 0,5 Pro­zent auf Wochen­sicht gab es somit erneut auf den ers­ten Blick wenig Bewe­gung. Doch inner­halb der Woche schwank­te der Markt immer­hin um 300 Punk­te. Die­se Band­brei­te voll­zog sich letzt­lich an nur zwei Han­dels­ta­gen, bedingt durch die Ter­mi­ne der Woche. Dar­auf gehe ich nun näher ein und erstel­le auf Basis der Chart­tech­nik einen Aus­blick auf die kom­men­de Han­dels­wo­che nach dem DAX-​Allzeithoch aber Wochen­mi­nus.

DAX-​Allzeithoch aber Wochen­mi­nus wegen Noten­bank und Hexen

Die Vor­aus­set­zun­gen für den Han­del in der Vor­wo­che waren durch­mischt. Einer­seits war das The­ma der Tech­no­lo­gie­wer­te in den USA noch nach­zu­ar­bei­ten und ande­rer­seits die Chart­tech­nik wei­ter­hin auf Kurs zu neu­en All­zeit­hochs. So schrieb ich vor einer Woche in der Ana­ly­se DAX trotz vie­ler Events unver­än­dert mit Blick auf den Lang­zeit­chart:

…rich­tet sich der Blick im DAX erneut auf das All­zeit­hoch aus

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus - Rückblick

Vor­wo­che, Big Pic­tu­re DAX

Nun könn­te man die­se Trend­be­we­gung und auch den „Wochen­kas­ten“ erneut fort­set­zen. Zum Wochen­start sah es jedoch gar nicht danach aus. Der DAX star­te­te wegen der „Nach­we­hen“ aus dem US-​Technologiebereich schwä­cher und bau­te die Rich­tung nach unten, vom GAP weg, sogar noch aus. Unter­stüt­zend kam spä­ter die Wall Street zu Hil­fe. Ein­mal mehr war der vor­börs­li­che Abga­be­druck über­trie­ben und der Dow Jones ori­en­tier­te sich recht schnell wie­der an der Ober­sei­te des Charts. Die­ses Ver­hal­ten ist im Mit­tel­frist­chart sehr gut erkenn­bar, wenn auch nicht durch eine chart­tech­nisch sau­be­re Trend­li­nie visua­li­sier­bar. Dazu die­ses Chart­bild als Ver­weis vom Diens­tag 

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Dow Jones

Dow Jones im Lang­frist­chart

Die­ser Impuls sorg­te dann auch im DAX bei den Anle­gern für neu­es Ver­trau­en und erstreck­te sich über den Diens­tag hin­weg bis tief in den Mitt­woch hin­ein – ja, sogar bis zu einem neu­en All­zeit­hoch im DAX! Mit 12.921 Punk­ten kam er damit sei­ner run­den Mar­ke von 13.000 Punk­ten erneut ein Stück näher.

Auch hier wur­de die Rech­nung qua­si „ohne den Wirt gemacht“, wie ein altes Sprich­wort sagt. Denn die Wall Street änder­te aber­mals die Rich­tung, wel­che in Euro­pa vor­ge­legt wur­de. Grund dafür waren am frü­hen Nach­mit­tag die schwä­cher als erwar­te­ten US-​Daten. Kon­kret san­ken die Umsät­ze des US-​Einzelhandels im Mai über­ra­schend um 0,3 Pro­zent zum Vor­mo­nat und schaff­ten damit den stärks­ten Rück­gang seit Janu­ar 2016.

Abge­schwächt hat­te sich auch die Infla­ti­ons­ra­te. In einer ers­ten Reak­ti­on sprang der Euro zum Dol­lar fast genau bis zum Jah­res­hoch bei 1.128 an und der Gold­preis erstark­te im Gleich­klang. Dar­auf reagier­te der DAX etwas ver­zö­gert, aber dann um so hef­ti­ger. Einen Tra­de in Rich­tung Short lei­te­te ich übri­gens schon VOR den US-​Daten anhand einer Trend­li­nie ab, wie hier nach­zu­le­sen ist:

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Trading DAX

DAX-​Trade nach neu­em All­zeit­hoch

Nach 60 Punk­ten Buch­ge­winn konn­te man hier auch recht bequem den Stopp nach­zie­hen. Um 130 Punk­te fiel der DAX letzt­lich vom neu­en All­zeit­hoch zurück und been­det den Han­dels­tag recht genau an der 12.800.

Am Abend erhöh­te die US-​Notenbank FED dann wie von den Markt­teil­neh­mern erwar­tet ihren Leit­zins und sorg­te damit am Don­ners­tag für einen erneu­ten Rich­tungs­wech­sel. Dabei ver­lor der DAX alle kurz zuvor erober­ten Gewinn­punk­te und mar­kier­te spä­ter mit  12.620 Punk­ten ein neu­es Wochen­tief.

 

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Trading DAX

Span­nen­de Mar­ke im DAX-​Bild

Am Ende fand sich der DAX nur 24 Stun­den spä­ter genau 300 Punk­te von sei­nem erst am Mitt­woch ein­ge­stell­ten neu­en Jah­res­hoch ent­fernt.

Auch dar­aus ent­stand letzt­lich kein Trend über Tage, denn am Frei­tag sta­bi­li­sier­te sich der Markt trotz gro­ßem Ver­falls­tag wie­der und been­de­te letzt­lich die Han­dels­wo­che im XETRA bei 12.752 Punk­ten. Dies war auch die zum Ver­fall anvi­sier­te Wochen­mar­ke. Zu die­ser Mar­ke (12.750) und dem Hexen­sab­bat hat­te ich HIER im Blog eine aus­führ­li­che Ana­ly­se ver­fasst ->

Aus­blick auf kom­men­de Han­dels­wo­che

Die Rich­tungs­lo­sig­keit hält wei­ter an. Gerin­ge Wochen­schwan­kun­gen zeu­gen von Unent­schlos­sen­heit an den Märk­ten, auch wenn es lang­sam Schritt für Schritt wei­ter nach oben geht und neue All­zeit­hochs gene­riert wer­den. Unter die­sem „Man­tel“ lässt die Markt­brei­te nach und auch eini­ge Schwer­ge­wich­te, ins­be­son­de­re im US-​Technologiebereich, zie­hen nicht mehr so mit, wie noch vor weni­gen Wochen. Selbst Bit­co­ins fie­len sehr scharf um 35 Pro­zent in kür­zes­ter Zeit, nach­dem die Mar­ke von 3.000 Dol­lar fast erreicht wer­den konn­te. Auch das Vorzeige-​IPO Snap­chat hat sei­nen Zau­ber zumin­dest an der Bör­se ver­lo­ren. Und der Bör­sen­lieb­ling Tes­la steht eben­falls mehr und mehr unter kri­ti­schen Augen.

Im DAX fokus­sie­re ich mich jedoch auf die rei­ne Chart­tech­nik. Die­se sieht im gro­ßen Bild nach wie vor posi­tiv aus. Durch den Rück­set­zer in die­ser Woche wur­de dar­an nichts geän­dert, son­dern sogar eine Trend­li­nie „mani­fes­tiert“, die nun 4 Auf­la­ge­punk­te bie­tet. Gut zu sehen im 4-​Stunden-​Chart:

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Trendlinie

Trend­li­nie im DAX mani­fes­tiert

Dabei agiert die­se Linie als Unter­stüt­zung und das Alte und Neue All­zeit­hoch als Wider­stand:

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Allzeithoch

All­zeit­hochs im Blick

Mit einer Erho­lung der US-​Technologiewerte und wei­te­ren Auf­schlä­gen im Dow Jones über 21.400 Punk­ten, was an der Wall Street neue All­zeit­hochs bedeu­ten wür­de, könn­te der DAX somit erneut nach­zie­hen. Wie am Mitt­woch bis 13 Uhr gese­hen, sind hier schnel­le 150 Punk­te Kurs­ge­winn mög­lich und dann auch ein Angriff zur run­den Mar­ke von 13.000 Punk­ten.

Die­ses Sze­na­rio habe ich grün dar­ge­stellt und den Trig­ger für Short direkt auf die sicht­ba­re Trend­li­nie bei nun aktu­ell 12.640 Punk­ten gelegt.

DAX-Allzeithoch aber Wochenminus: Szenarien

Sze­na­ri­en für neue Woche im DAX

Dazwi­schen wer­den wir wohl erneut einen kurz­zei­tig immer wie­der impul­si­ven, aber ins­ge­samt seit­wärts gerich­te­ten Han­del erle­ben. Denn die „gro­ßen Ter­mi­ne“ sind erst ein­mal abge­ar­bei­tet. In der kom­men­den Woche ste­hen am Diens­tag die Erzeu­ger­prei­se aus Deutsch­land und der FED-​Bericht der US-​Notenbank an. Rich­tig span­nend wird es jedoch erst am Frei­tag zu den diver­sen Einkaufsmanager-​Indizes aus Deutsch­land, Euro­pa und den USA. Doch dazu in den bekann­ten Kanä­len ger­ne zeit­nah mehr.

 

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)