DAX-​Chartanalyse nach Range-​Woche

Andreas Mueller Allgemein Comments

In Kurz­form vor­weg: Die Dyna­mik der Vor­wo­che konn­te nicht fort­ge­setzt wer­den. Es gab zwar erneut schnel­le und vor allem für Day­t­ra­der span­nen­de Bewe­gun­gen am Akti­en­markt. Doch für Posi­ti­ons­tra­der blieb hier kein Raum für Signa­le. Die Han­dels­span­ne betrug weni­ger als 200 Punk­te oder rund 1,6 Pro­zent auf den DAX-​Stand bezo­gen. Im Detail wur­den ein­zel­ne Daten zur wei­te­ren Ent­wick­lung der US-​Wirtschaft jedoch mit Span­nung erwar­tet und ent­spre­chend dar­auf reagiert. Die­se stel­le ich hier noch ein­mal vor und wid­me mich anschlie­ßend der DAX-​Chartanalyse nach Range-​Woche zu.

Rück­blick auf die Range-​Woche

Die Han­dels­wo­che begann am Mon­tag erneut stark, wie schon in den Vor­wo­chen erlebt. Dabei ent­stand erneut ein GAP, wel­ches den Markt­teil­neh­mern Respekt ein­flöß­te. Es wur­de erst ein­mal igno­riert, aber nicht ver­ges­sen!

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: GAP-Zone

GAP am Mon­tag im DAX

Der DAX wand­te sich zuerst sei­nem Kor­rek­turziel zu. Die­ses hat­te ich in der Vor­wo­chen­ana­ly­se skiz­ziert (->)

Gut mög­lich also, dass zum Monats- und Quar­tals­start die Kur­se etwas zurück­lau­fen, im Sin­ne von einer Kor­rek­tur der star­ken Abwärts­be­we­gung. Für die­ses Sze­na­rio hal­te ich einen Rück­lauf bis 12.490 Punk­te für rea­lis­tisch. Dies wäre auch das Tief aus Mit­te Mai und im Chart­bild der ers­te Punkt der gezeig­ten unte­ren Trendkanal-​Linie.

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Vorwoche

DAX Chart­bild aus Vor­wo­che

Es soll­ten am Mon­tag dann „nur“ 12.486 Punk­te im Hoch sein. Das GAP am Diens­tag ent­stand zur Abwechs­lung auf der Unter­sei­te, wur­de jedoch sehr dyna­misch gleich zum Han­dels­start geschlos­sen. Erneut brems­te der Markt knapp vor der 12.490 ab. Ein erwar­te­ter Impuls durch das US-​Notenbankprotokoll blieb aus und Spe­ku­la­tio­nen über den Zeit­punkt der nächs­ten Zins­an­he­bung durch die FED im Markt.

Sel­bi­ges beob­ach­te­ten wir am Mitt­woch, wie hier nach­zu­le­sen ist. Markt­start mit GAP und dyna­mi­sches Schlie­ßen bis hin zur Mar­ke bei rund 12.490 Punk­ten.

Alle Hoch­punk­te lagen bis zum Don­ners­tag­abend an die­ser Linie, wie man der his­to­ri­schen Tabel­le ent­neh­men kann:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Tagesbilanzen

Auf­lis­tung der Tages-​Ranges im DAX

Auf der Unter­sei­te tat sich eben­so wenig, so dass man am Don­ners­tag eine Ran­ge im Chart­bild visua­li­sie­ren:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche

Ran­ge der Han­dels­wo­che bis Don­ners­tag

Immer­hin wur­de die unte­re Begren­zung, wel­che auch die GAP-​Kante von Mon­tag (Bild 1 der Ana­ly­se) dar­stell­te, als Trig­ger kur­ze Zeit spä­ter akti­viert. Der DAX nahm die Chan­ce auf GAP-​close wahr und schloss die­ses am Don­ners­tag recht genau:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: GAP geschlossen

GAP geschlos­sen im DAX

Da es kein wei­te­res Short-​Signal im Sin­ne eines neu­en Mehr-​Wochentiefs gab, ori­en­tier­ten sich die Markt­teil­neh­mer wie­der auf der Ober­sei­te und kamen mit dem Schwung aus den USA am Frei­tag zurück in die gezeig­te Ran­ge. Denn die Arbeits­markt­da­ten waren sehr robust. 220.000 neu geschaf­fe­ne Stel­len zeig­ten ein Wachs­tum auf, wel­ches so nicht erwar­tet war. War­um dar­aus kei­ne Ral­lye ent­stand, ist erst auf den zwei­ten Blick erkenn­bar. Denn die Arbeits­lo­sen­quo­te stieg leicht auf 4,4 Pro­zent und die Lohn­ent­wick­lung stieg lei­der nicht mit. Der Auf­schwung scheint somit nicht wirk­lich bei der brei­ten Bevöl­ke­rung anzu­kom­men. Doch das ist ein ande­res The­ma. Hier geht es eher um die Fra­ge: Ver­har­ren wir auch in der Fol­ge­wo­che in die­ser Ran­ge?

Immer­hin schlos­sen DAX, Dow Jones, Nasdaq, EUROSTOXX und auch TecDAX im Plus.

 

Die wei­te­re Ent­wick­lung im DAX

Das in der Vor­wo­che erwähn­te Frankreich-​GAP wur­de nicht ganz erreicht. Es fehlt noch ein Stück­chen Weg, wenn man im 4 Stun­den­chart ganz genau hin­sieht:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Frankreich-GAP

DAX knapp vor Frankreich-​GAP

Ab dem All­zeit­hoch kann man dem DAX zudem eine kla­re Abwärts­ten­denz im Stun­den­chart beschei­ni­gen:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Abwärtstendenz

Abwärts­ten­denz im Stun­den­chart DAX

In die­ser Ein­stel­lung ist auch der Wider­stand um 12.490 deut­li­cher zu sehen, der in der Vor­wo­che als Kor­rek­turziel aus­ge­ge­ben wur­de:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Dreh- und Angelpunkt

Dreh- und Angel­punkt im DAX

Ein Über­sprin­gen die­ser Mar­ke, idea­ler­wei­se per Schluss­kurs, wäre ein sehr bul­li­sches Signal und könn­te damit die bei­den Tiefs der Woche als mög­li­che W-​Formation oder Dop­pel­bo­den im Chart­bild zurück­las­sen.

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Doppelboden

Dop­pel­bo­den im DAX?

Ziel für die­ses Sze­na­rio wäre dann ca. die 12.550 im Chart­bild, abge­lei­tet aus dem, Ver­laufs­tief am 27. Juni.

Der mög­li­che Dop­pel­bo­den ist logi­scher­wei­se mit einem Unter­schrei­ten der 12.310 nicht mehr exis­tent. Und dann käme das gro­ße gel­be GAP, wel­ches ich nun schon seit Wochen durch die Chart­bil­der „schlei­fe“ in den genau­en Fokus.

Eine wei­te­re Range-​Woche zwi­schen 12.310 und 12.490 Punk­ten kommt natür­lich allen Urlau­bern ent­ge­gen. Denn dann muss das Depot ent­spre­chend wenig bis gar nicht umge­schich­tet wer­den. Womög­lich ist die­se der Grund für die im Juli abge­nom­me­ne Vola­ti­li­tät. Doch mit Rück­sicht auf die Ner­ven der sich nicht im Urlaub befin­den­den Posi­ti­ons­tra­der ist ein Aus­bruch durch­aus wün­schens­wert. Viel­leicht zu den Wirt­schafts­ter­mi­nen der kom­men­den Han­dels­wo­che? Es muss ja nicht gleich Krieg sein, wie Gold­man Sachs etwas hart for­mu­lier­te. Die Redak­ti­on von wallstreet-​online berich­te­te ->

An Ter­mi­nen sieht es in der kom­men­den Woche lei­der auch dünn aus. Die Feri­en­zeit domi­niert und so muss nur Janet Yel­len als FED-​Chefin am Don­ners­tag zum Rap­port. Um 16 Uhr wird sie vor dem Kon­gress womög­lich Ein­bli­cke in die wei­te­re Zins­stra­te­gie der US-​Notenbank geben. Am Frei­tag um 14.30 Uhr ste­hen dann noch die US-​Verbraucherpreise und Ein­zel­han­dels­um­sät­ze auf der Agen­da.

 

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)