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DAX-​Chartanalyse nach ruhi­ger Woche

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Eine extrem lang­wei­li­ge Woche liegt hin­ter uns. Könn­te man zumin­dest den­ken, wenn man sich die schlich­te Ver­än­de­rung im DAX ansieht. Denn vom ers­ten XETRA-​Kurs am Mon­tag bei 12.758 Punk­ten bis zum Schluss­kurs am Frei­tag bei 12.770 Punk­ten lie­gen gera­de ein­mal 12 Punk­te! Der ers­te Blick trügt aller­dings, denn es gab sehr wohl span­nen­de Ein­zel­er­eig­nis­se. Eini­ge davon skiz­zie­re ich hier rück­bli­ckend und baue dar­auf mei­ne neue Wochen­pro­gno­se im DAX auf.

Die Han­dels­wo­che im Detail

Mein Wunsch aus der Vor­wo­che, die 13.000 zu errei­chen ODER eine Kor­rek­tur ein­zu­lei­ten, wur­de nicht erfüllt. Sie fin­den die Vor­wo­chen­ana­ly­se HIER

Die­se Sze­na­ri­en sind damit nicht vom Tisch, son­dern nur zeit­lich ver­scho­ben. Am Mon­tag sah es noch stark nach der ers­ten Vari­an­te aus. Nach dem Wahl­sieg von Macron in Frank­reich stan­den die Zei­chen auf Euro­pa und bereits vor­börs­lich trenn­ten den DAX von der 13.000er-Marke weni­ger als 100 Punk­te. Füh­rend waren dabei die Ban­ken­wer­te wie Deut­sche Bank und Com­merz­bank mit jeweils 10 Pro­zent Kurs­ge­win­nen. Doch mit der Eröff­nung des „gro­ßen Mark­tes“ 9 Uhr nutz­ten vie­le Markt­teil­neh­mer das hohe Niveau für Ver­käu­fe. Das ent­stan­de­ne GAP wur­de sehr schnell geschlos­sen und als „Sell on News“ dekla­riert:

 

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Mehr als dies war es letzt­lich aber nicht. In eine grö­ße­re Kor­rek­tur tauch­te der DAX nicht ein. Denn dabei hielt die Auf­wärts­trend­li­nie der Vor­wo­che stand, was ein posi­ti­ves Zei­chen war und dem DAX bei rund 12.700 Punk­ten Unter­stüt­zung zum Han­dels­en­de am Diens­tag bot:

 

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Die fol­gen­den Han­dels­ta­ge stan­den ganz im Zei­chen der Quar­tals­zah­len. Eine Viel­zahl an Unter­neh­men mel­de­ten teil­wei­se sehr gemisch­te Ergeb­nis­se. Inter­na­tio­nal wur­de bspw. stark auf Snap­chat (SNAP) geschaut, die nach ent­täu­schen­den Quar­tals­zah­len umge­hend mit einem Ver­lust von 20 Pro­zent bestraft wur­de. Viel wich­ti­ger für den Markt waren jedoch die Ein­zel­händ­ler. Hier gab es eben­falls zwei­stel­li­ge Kurs­ver­lus­te nach Quar­tals­zah­len – aktu­ell bei der Waren­haus­ket­te Macy’s. Bereits weni­ge Tage zuvor sorg­ten die Kon­kur­ren­ten JC Pen­ny und Nord­strom für Auf­se­hen und eben­falls zwei­stel­li­ge Kurs­ver­lus­te nach der Ver­öf­fent­li­chung ihres Zah­len­wer­kes. Den Gesamt­markt beein­fluss­te dies jedoch nicht so extrem wie man mei­nen könn­te. Mit einem Mini-​Minus von 0,5 Pro­zent been­de­te der Dow Jones die Han­dels­wo­che. Der Nasdaq leg­te 0,7 Pro­zent zu. Im Tech-​Bereich läuft es schein­bar viel bes­ser und nach­hal­ti­ger. Bei Apple waren bei­spiels­wei­se die guten Quar­tals­zah­len noch ein­mal für ein neu­es Rekord­hoch gut. Seit Anfang Mai ist die Aktie damit 8 Pro­zent im Gewinn.

Zurück zum DAX:

Das Tief im DAX vom Mon­tag wur­de am Don­ners­tag noch ein­mal bestä­tigt. Letzt­lich pen­del­te sich der DAX über 12.700 Punk­ten ein und bot dann am Frei­tag nur den Range-​Tradern ein wenig Freu­de. Wie man die­se Ran­ge han­deln kann, beschrieb ich bspw. kon­kret am Frei­tag:

 

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Doch kei­ne Ran­ge hält ewig, und so kam es (erneut zum XETRA-​Ende wie in der Vor­wo­che) zu einem Aus­bruch. Im Chart­bild hier noch ein­mal sehr gut zu sehen:

 

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Aus­blick und Signal-​Marken im DAX

Schwung könn­te von der Euro­päi­schen Noten­bank kom­men, denn hier steht nun viel­leicht doch eine Wen­de der Geld­po­li­tik unmit­tel­bar bevor. Damit könn­te die EZB letzt­lich der US-​Notenbank FED fol­gen.

Ers­te Umschich­tun­gen sind viel­leicht am fal­len­den Gold­preis ables­bar. Das Unter­schrei­ten der 200 Tage Linie hat­te wei­te­re Ver­kaufs­or­ders zur Fol­ge. Damit sank der Gold­preis in die­ser Woche auf den tiefs­ten Stand seit 8 Wochen. Das „neue Gold“ (wie es eini­ge Publi­ka­tio­nen wie DIE WELT beschrie­ben) scheint wohl Bit­coin zu sein. Ein klei­ner Chart­ver­gleich an die­ser Stel­le:

 

gold_bitcoin

 

 

– die gan­ze Ana­ly­se dazu fin­den Sie hier:

http://​www​.tra​ding​-treff​.de/​t​r​a​d​i​n​g​-​a​n​-​d​e​r​-​b​o​e​r​s​e​/​b​i​t​c​o​i​n​-​v​o​r​-​e​n​t​s​c​h​e​i​d​ung

Doch zurück zum DAX. Hier ent­stand wie ein­gangs geschrie­ben kei­ne rich­tungs­wei­sen­de Bewe­gung. Die Han­dels­wo­che lässt sich im Rück­blick beim Stun­den­chart XETRA wie folgt ein­rah­men:

 

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Seit dem GAP vor 3 Han­dels­wo­chen nach der Vor­wahl Frank­reichs hat sich der DAX damit zwar nicht wei­ter nach oben gear­bei­tet, aber auch nicht erheb­lich kor­ri­giert. Man kann hier eine Auf­wärts­ten­denz ein­zeich­nen:

 

 

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Optisch sieht es wie eine Seit­wärts­kon­so­li­die­rung aus, die Kraft für die nächs­te Bewe­gung sam­melt. Auch ein kur­zes „Durch­rut­schen“ zu der hier gezeig­ten Linie und ggf. bis 12.500 Punk­ten wür­den die­se bul­li­sche Pha­se noch nicht abän­dern.

Das nächs­te Kauf­si­gnal ist somit die Über­schrei­tung der Wochen­hochs und damit die 12.800 Punkte-​Marke. Ab da könn­te sehr leicht die magne­ti­sche Wir­kung der 13.000 ein­set­zen und damit eine wei­te­re Stu­fe im Auf­wärts­trend gezün­det wer­den.

 

Skep­tisch muss man erst ab Unter­schrei­ten der Wochen­tiefs bei 12.660 Punk­ten wer­den. Mit einem leich­ten Puf­fer bis 12.645 (Hoch vom 4.Mai) kann man die­se Zone als kurz­fris­ti­gen Trig­ger für eine Short-​Idee nut­zen.

Bei­de klei­nen Zonen, die bei der aktu­el­len Vola­ti­li­tät lei­der sehr eng anein­an­der lie­gen, habe ich im Stun­den­chart noch ein­mal auf­ge­zoomt und ent­spre­chend mar­kiert:

 

 

 

Es ist für alle Anle­ger ein Aus­bruch aus die­ser Ran­ge zu wün­schen. Tra­dern im kurz­fris­ti­gen Zeit­rah­men kön­nen auch wei­ter­hin die Ran­ge gut han­deln, soll­ten aber bei einem Aus­bruch schnell umden­ken kön­nen. Denn bei gerin­ger Vola­ti­li­tät ist es erfah­rungs­ge­mäß sehr unwahr­schein­lich, dass Aus­brü­che noch ein­mal ange­lau­fen wer­den und eine kurz­fris­ti­ge Fehl­po­si­tio­nie­rung mit einem „blau­en Auge“ been­det wer­den kann. Dies sieht man am noch offe­nen GAP sehr deut­lich.

Wei­te­re Ide­en erge­ben sich im lau­fen­den Han­del. Bis dahin wün­sche ich Ihnen eine gute Vor­be­rei­tung und ange­neh­men Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)