DAX-​Chartanalyse per Sal­do seit­wärts

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Seit­wärts ist kei­ne Rich­tung, doch es fällt ins Auge, dass sich der DAX per Sal­do seit­wärts beweg­te. Wie schon in den Vor­wo­chen beweg­te sich der DAX im Wochen­ver­gleich ein­mal mehr so gut wie nicht. Eine mini­ma­le Ver­än­de­rung von 0,15 Pro­zent kommt einer Null­num­mer gleich. Doch dies gilt nur für die Wochen­sal­den, denn inner­halb der Han­dels­wo­che waren durch­aus span­nen­de Bewe­gun­gen zu ver­zeich­nen.

Neue All­zeit­hochs in der Vor­wo­che

Gleich zum Wochen­start gab es eine ers­te star­ke Bewe­gung im DAX. Die Charts in der Ana­ly­se bezie­hen sich auf den XETRA-​DAX. Die­ser star­te­te am Mon­tag mit einem GAP und näher­te sich dem alten All­zeit­hoch:

DAX per Saldo seitwärts: Montag

XETRA-​GAP zum Wochen­start

Im Gleich­klang mit der Wall Street ging es direkt wei­ter nach oben und ein neu­es All­zeit­hoch bei 12.913 Punk­ten wur­de schnell erreicht. Damit trat das bul­li­sche Sze­na­rio aus der Vor­wo­chen­ana­ly­se mit die­sen Wor­ten „fast“ ein:

Mit einer Erho­lung der US-​Technologiewerte und wei­te­ren Auf­schlä­gen im Dow Jones über 21.400 Punk­ten, was an der Wall Street neue All­zeit­hochs bedeu­ten wür­de, könn­te der DAX somit erneut nach­zie­hen. Wie am Mitt­woch bis 13 Uhr gese­hen, sind hier schnel­le 150 Punk­te Kurs­ge­winn mög­lich und dann auch ein Angriff zur run­den Mar­ke von 13.000 Punk­ten.

DAX per Saldo seitwärts: Rückblick

Rück­blick zum Chart­bild aus der Vor­wo­che

War­um nur „fast“? Weil zwar das All­zeit­hoch am Diens­tag noch ein­mal mit 12.951 Punk­ten leicht über­bo­ten wur­de, jedoch die Kraft am Ende nicht bis zur 13.000 reich­te.  Bereits am Diens­tag­mit­tag fiel der DAX merk­lich zurück und schloss auch das GAP vom Mon­tag. Dar­auf wies ich hier hin, eben­so wie auf den sich abzeich­nen­den „Trend­tag“:

DAX per Saldo seitwärts: Rückblick

Diens­tag = Trend­tag?

Eine aus­führ­li­che Dis­kus­si­on zum The­ma Trend­tag oder nicht, fand im Forum von wallstreet-​online dann recht aus­führ­lich -> statt. Am Ende führ­ten die Markt­teil­neh­mer den DAX zurück auf die 12.800 und radier­ten damit die Wochen­ge­win­ne wie­der aus. Nach­wir­kun­gen ent­stan­den noch ein­mal am Fol­ge­tag, als es wei­te­re 100 Punk­te Abschlag zu ver­zeich­nen gab.

Ver­mut­lich klang dabei die Ent­täu­schung mit, die 13.000 doch nicht erreicht zu haben. Immer­hin bot die 12.710 einen span­nen­den Bereich, den man dann auch wie­der am Don­ners­tag gut han­deln konn­te. Denn der DAX pen­del­te sich zwi­schen 12.720 und 12.800 ein wenig ein:

DAX per Saldo seitwärts: Broadening Top

Broa­de­ning Top im DAX

Erkenn­bar war ein Broa­de­ning Top zeit­nah vom Kol­le­gen skiz­ziert , wel­ches auf Trading-​Treff per Update erfolg­te.

Erst am Frei­tag sah es kurz­fris­tig nach einem wei­te­ren Fall aus. Die Tiefs um 12.677 Punk­te hiel­ten jedoch und eine klei­ne Freitags-​Rallye sorg­te zumin­dest für die Ein­däm­mung der Wochen­ver­lus­te. So kam der DAX letzt­lich TROTZ neu­er All­zeit­hochs mit einem klei­nen Minus von 0,01 Pro­zent aus der Han­dels­wo­che. Zum Ver­gleich mit der ande­re Märk­ten: Der Dow Jones beweg­te sich per Sal­do noch weni­ger mit einem Minip­lus von 0,05 Pro­zent und der EUROSTOXX ver­lor 0,01 Pro­zent. Alle­samt Wer­te, die nicht wei­ter für Auf­se­hen sor­gen.

Die gro­ßen Wer­te aus dem US-​Technologiebereich sta­bi­li­sier­ten sich jedoch und hal­fen dem Gesamt­markt, etwai­ge Crash-​Szenarien (wie hier von Jim Rogers skiz­ziert ->) abzu­wen­den bzw. zumin­dest zu ver­schie­ben. Denn der Nasdaq konn­te die Märk­te mit einem Wochen­plus von 2,14 Pro­zent  deut­lich out­per­for­men. Die digi­ta­len Rie­sen sind somit nicht gefal­len!

Doch zurück zum DAX, den ich nun genau­er aus Sicht der Chart­tech­nik ana­ly­sie­re.

 

Auch in der neu­en Woche DAX per Sal­do seit­wärts?

Der Tageschart als Basis für gro­ße Ent­schei­dun­gen unter den Markt­teil­neh­mern ist trotz der Schwan­kun­gen inner­halb der Woche wei­ter­hin bul­lisch. Eine gro­be Auf­wärts­ten­denz ist hier deut­lich zu sehen und „über­ragt“ auch das „Frankreich-​GAP“.

DAX per Saldo seitwärts: Tageschart

Tageschart im DAX

Am aktu­el­len Kurs deu­tet sich jedoch eine Abschwä­chung der Dyna­mik an. Hier macht sich die seit Wochen ein­ge­tre­te­ne Seit­wärts­pha­se um den Bereich 12.720 bis 12.800 nun bemerk­bar.

Genau­er ist die­ser im Stun­den­chart zu sehen. Dort zeich­ne ich erneut das Frankreich-​GAP ein und ver­bin­de die Tief­punk­te im Chart­bild als Auf­wärts­trend. Er war in der Vor­wo­che auch mein Trig­ger für ein grö­ße­res Short-​Signal und wur­de nicht erreicht.

DAX per Saldo seitwärts: Stundenchart

Trend­li­nie im Stun­den­chart

Da der Markt auch immer wie­der neue All­zeit­hoch erreich­te, kann man die­se Trend­li­nie auf der Ober­sei­te qua­si eben­so anle­gen. Dabei wird ein Trend­ka­nal sicht­bar, in dem der Kurs vom Deut­schen Akti­en­in­dex sich schein­bar sehr wohl fühlt.

DAX per Saldo seitwärts: Trendkanal

DAX zeigt Trend­ka­nal

Solan­ge sich der DAX dort auch wei­ter wohl­fühlt, ist folg­lich mit einer neu­en Auf­wärts­be­we­gung zu rech­nen. Die­se führt dann zwangs­läu­fig zu einem neu­en All­zeit­hoch und zeit­lich abge­tra­gen wohl auch zur 13.000 Punk­te Mar­ke.

DAX per Saldo seitwärts: Long

Sze­na­rio Long im DAX

Erst bei einem Bruch des Kanals bzw. der 12.620 (eben­falls Trigger-​Marke der Vor­wo­che) ist mit star­ken Abga­ben zu rech­nen, die durch­aus bis zum Frankreich-​GAP füh­ren kön­nen. Denn auf die­sem Weg lie­gen ver­mut­lich eine Men­ge Stopp-​Orders von Markt­teil­neh­mern aus den ver­gan­ge­nen drei Mona­ten. Mein Signal für einen Trend­bruch ori­en­tiert sich somit an der Kanal-​Kante:

DAX per Saldo seitwärts: Short

Sze­na­rio Short im DAX

Ein favo­ri­sier­tes Sze­na­rio ver­bie­te ich mir als Day­t­ra­der. Denn eine nahe­zu „vor­ge­fer­tig­te Ansicht“ blo­ckiert beim Han­del. Letzt­lich muss sich der Markt ent­schei­den und wir soll­ten nur reagie­ren. Anhalts­punk­te für Impul­se kom­men in der neu­en Han­dels­wo­che viel­leicht schon am Mon­tag, 10 Uhr vom ifo Geschäfts­kli­ma­in­dex oder am Diens­tag aus den USA von den Haus­ver­käu­fen und dem FED-​Bericht zur Geld­po­li­tik. Die gro­ße Zah­len­flut ste­hen mit dem BIP aus den USA und Kon­sum­da­ten erst in der zwei­ten Wochen­hälf­te an. Ob sich auch wei­ter­hin der DAX per Sal­do seit­wärts bewe­gen wird, bleibt somit abzu­war­ten.

 

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)