DAX-​Chartanalyse: Poli­tik sorgt für Unsi­cher­heit

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Die Han­dels­wo­che vor Ostern star­te­te recht müde, hat­te einen kur­zen Adrenalin-​Kick und ende­te mit Unsi­cher­heit nach nur vier Tagen. Soweit die Kurz­form als Rück­blick, etwas aus­führ­li­cher mit Charts natür­lich gleich im nächs­ten Absatz, gefolgt von mei­nem Charttechnik-​Ausblick auf die kom­men­de Woche.
Das All­zeit­hoch konn­te nicht noch ein­mal ange­grif­fen wer­den. Die Kon­so­li­die­rung nimmt ihren Lauf, bleibt aber ins­ge­samt im Rah­men der nor­ma­len tech­ni­schen Gegen­be­we­gung. Grund zur Sor­ge ist daher erst ein­mal noch nicht gege­ben. Als Titel der Vor­wo­che „All­zeit­hoch ver­tagt aber nicht abge­sagt“ (HIER auf Trend­Fol­lo­wing ->) bleibt es mei­nes Erach­tens. Denn das Unter­stüt­zungs­le­vel aus der Vor­wo­chen­ana­ly­se (rot ein­ge­färbt) hat gehal­ten –> Chart­rück­blick:

 

 

 

Doch schau­en wir hier­mit kurz auf die Wochen­er­eig­nis­se und Kurs­be­we­gun­gen zurück.

DAX-​Rückblick auf Vor­wo­che

Der Mon­tag hat­te nicht viel zu bie­ten. Jeg­li­che Ver­su­che, sich vom Bereich um 12.200 zu ent­fer­nen, schei­ter­ten. Ich defi­nier­te es im Chart­bild am Mon­tag­abend als „DAX-​Schnarchmarke“:

 

 

Denn die­ser Bereich war damit bereits drei Han­dels­ta­ge in Fol­ge per Schluss­kurs auf dem glei­chen Level zu begut­ach­ten.
Diens­tag kam end­lich Bewe­gung in den Markt, wenn auch mit einem nicht so schö­nen Hin­ter­grund. Die poli­ti­sche Lage zwi­schen den USA und Nord­ko­rea spitz­te sich ver­bal zu und der Angriff auf Syri­en vor einer Woche wirk­te eben­falls nach. So kam es zu einer schnel­len Abar­bei­tung von Stopps bis zum GAP 3 aus der Vor­wo­che. Doch dazu im Aus­blick mehr…

Genau dort dreh­te der DAX auf der Stel­le bei 12.050 Punk­ten par­al­lel zum Dow Jones bei 20.512 Punk­ten und wech­sel­te die Rich­tung. Ein Indiz für die Chart­tech­nik, denn sol­che Mar­ken sind sicher­lich kein Zufall, son­dern Ergeb­nis der Markt­teil­neh­mer mit glei­chen Chart­bil­dern. Auch in hek­ti­schen Pha­sen soll­te man hier auf kor­rek­te Kur­se und Aus­füh­run­gen schau­en. Mei­ne posi­ti­ven Erfah­run­gen mit JFD Bro­kers sind hier den­ke ich bekannt.

Eine Kor­rek­tur und Fort­set­zung der Bewe­gung am Diens­tag konn­te spä­tes­tens zum XETRA-​Handelsende aus­ge­schlos­sen wer­den, denn die Erho­lung war sehr mas­siv. Damit erhell­te sich die Aus­sa­ge eines V-​Reversals, wie im Forum und auf mei­nem Facebook-​Kanal zeit­nah beschrie­ben.

 

 

 

Bis rund 12.240 Punk­te und damit erneut knapp über der ein­gangs gezeig­ten „DAX-​Schnarchmarke“ ging die­se Bewe­gung noch am Fol­ge­tag, dem Mitt­woch. Ab da war tech­nisch alles berei­nigt, sicher­lich vie­le Tra­der mit der Bären­fal­le bedient wor­den, aber auch eini­ge Tra­der mit gutem Gespür in kur­zer Zeit ein wenig sol­ven­ter gewor­den.

Mehr Power hat­te der DAX am Mitt­woch nicht und gab die­se Gewin­ne bis zum Abend auf das XETRA-​Niveau des Vor­ta­ges wie­der ab. Und auch am Don­ners­tag kurz vor Ostern und der ver­län­ger­ten han­dels­frei­en Zeit kamen kei­ne wei­te­ren Impul­se in den Markt. Der sanft aus­lau­fen­de Ver­kaufs­druck voll­zog sich nicht gerad­li­nig in einem Abwärts­trend, son­dern leicht ver­zerrt und damit „alter­na­tiv“ wie ich leicht iro­nisch hier dar­stell­te:

 

 

DAX-​Ausblick für die kom­men­de Woche

Auch die kom­men­de Woche wird für DAX-​Anleger ver­kürzt sein, denn am Mon­tag ist noch immer Ostern. Wäh­rend in den USA schon wie­der gehan­delt wird, steht der DAX noch still. Den­noch kön­nen wir bereits heu­te am Sonn­tag einen Blick auf das gro­ße Chart­bild wer­fen.

Wir haben uns vom All­zeit­hoch, was NICHT ganz erreicht wer­den konn­te, nun immer wei­ter ent­fernt. Es blieb in der Nach­be­trach­tung ein Zwei­jah­res­hoch. Optisch ist dies schon ein klei­ner Abwärts­trend und auch als sol­cher hier im Stun­den­chart ent­spre­chend dar­ge­stellt:

 

 

Auf der Unter­sei­te ist noch eines der drei vor­han­de­nen GAP’s aus der Vor­wo­chen­ana­ly­se geöff­net. Hier prall­te der DAX wie geschil­dert sehr genau am Diens­tag mit sei­nem V-​Reversal ab.

 

 

Der nächs­te Anlauf zu die­ser GAP-​Kante ist durch­aus mit Vor­sicht zu genie­ßen und könn­te einen wei­te­ren schnel­len Abver­kauf, ähn­lich dem Diens­tag, nach sich zie­hen. Denn am unte­ren Band des GAP’s liegt auch die psy­cho­lo­gi­sche Mar­ke von 12.000 Punk­ten. Daher ist mein Short-​Trigger die­se Kan­te mit einem Ziel von GAP-​close bei knapp über 12.000 Punk­ten und bei Dyna­mik auch den unte­ren Bereich 11.920 aus der letz­ten März­wo­che.

 

 

Die­ses Sze­na­rio kann bei sich wei­ter zuspit­zen­der, poli­ti­scher Unsi­cher­heit schnell ein­tre­ten. Ursa­chen sind Nord­ko­rea, Syri­en oder auch qua­si vor der Haus­tür das Türkei-​Referendum. Der Dow Jones ist bereits auf einem Zwei-​Monats-​Tief und damit dem Februar-​Niveau. Als „siche­rer Hafen“ gilt dafür auch Gold. Hier sah man am Markt bereits ers­te Reak­tio­nen und ein neu­es Fünf-​Monats-​Hoch.

Die Bul­len brau­chen einen star­ken Impuls, um die­ses Sze­na­rio abzu­weh­ren. Ein ers­ter Schritt ist sicher­lich der Break des ein­ge­zeich­ne­ten Abwärts­trends, aber wich­ti­ger ist aus mei­ner Sicht ein Rück­lauf zur gezeig­ten „DAX-​Schnarchmarke“ um 12.220 Punk­te. Erst dar­über hellt sich näm­lich das Chart­bild deut­lich auf und ein neu­er Angriff zum All­zeit­hoch kann auf der Agen­da ste­hen:

 

 

Ent­span­nung an den poli­ti­schen Brand­her­den oder auch posi­ti­ve Signa­le aus dem Immo­bi­li­en­sek­tor der USA (Diens­tag 14.30 Uhr Bau­be­gin­ne) und von der Ver­brau­cher­front in der EU (Mitt­woch 11 Uhr Ver­brau­cher­preis­in­dex) könn­ten hier unter­stüt­zend wir­ken.

Wir dür­fen also gespannt sein, bis dahin einen ruhi­gen Wochen­start in die kur­ze Han­dels­wo­che nach Ostern,
Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)