DAX kämpft mit der 13000: Chart­ana­ly­se und Aus­blick

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Der DAX kämpft mit der 13000 und hat­te die­se Mar­ke nun end­lich zumin­dest kurz­fris­tig über­schrit­ten. In klei­nen Schrit­ten kämpf­te er sich in der ver­gan­ge­nen Woche her­an und absol­vier­te an vier von fünf Tagen einen Tages­ge­winn. Den­noch gab es nur ein klei­nes Wochen­plus von 0,3 Pro­zent. Was dabei genau geschah und wel­che Sze­na­ri­en sich nun für das Tra­ding in der kom­men­den Woche anbie­ten, zei­ge ich in die­ser Ana­ly­se auf.

Die Schrit­te zur 13.000 wur­den klei­ner

Der DAX stell­te letzt­lich nicht nur ein neu­es All­zeit­hoch ein, son­dern kas­sier­te auch die psy­cho­lo­gi­sche Hür­de von 13.000 Punk­ten. Dass wir die­se über­haupt anlau­fen wür­den, war vie­len Markt­teil­neh­mern durch­aus bewußt. So titel­te mei­ne Vor­wo­chen­ana­ly­se auch „DAX wei­ter wie auf Schie­nen” und behielt die­sen Trend zum Wochen­start im Auge (Chart-​Rückblick):

DAX kämpft mit der 13000: Rückblick

Rück­blick: Trend im DAX intakt

Im Ver­gleich mit den Vor­wo­chen ließ die Dyna­mik der Bewe­gung dann aber stark nach. Eine Annä­he­rung an die 13.000 gab es bereits am Mon­tag, doch letzt­lich fehl­ten drei Punk­te. Auf jede Annä­he­rung an die 13.000 folg­te eine klei­ne Ernüch­te­rungs­pha­se mit teil­wei­se sehr schnel­len Kurs­ab­schlä­gen. Unser DAX wirk­te dabei stre­cken­wei­se wil­len­los:

DAX kämpft mit der 13000: Range Vorwoche

DAX in Ran­ge gefan­gen

Dar­an änder­te auch das Noten­bank­pro­to­koll FOMC am Mitt­woch nichts. Für neue Impul­se in der Zins­po­li­tik wur­de zu die­sem Zeit­punkt auf wei­te­re Wirt­schafts­da­ten gewar­tet.

So quäl­te sich der DAX immer wie­der an die benann­te run­de Mar­ke her­an und über­schritt sie end­lich am Don­ners­tag, wenn auch nur sehr kurz. Denn nur 3 Punk­te dar­über stell­te sich erneut ein klei­ner Ver­kaufs­druck ein. Die­ser „Kno­ten” schien erst am Frei­tag zu plat­zen, als wir zur Mit­tags­zeit rund 40 Punk­te über die­se Mar­ke sprin­gen konn­ten. Aber auch die­ser Schwung wur­de schnell gestoppt und ende­te letzt­lich, wie die Bör­sen­wo­che ins­ge­samt, unter der 13.000er-Marke. Die­sen ers­ten Aus­bruchs­ver­such habe ich hier im Chart­bild vom Frei­tag noch ein­mal her­aus­ge­stellt:

DAX kämpft mit der 13000: Freitag

Sprung am Frei­tag über 13.000

Grün­de der Zurück­hal­tung des DAX an 13.000

Ein wenig Unsi­cher­heit brach­ten die US-​Daten am Frei­tag. Schwä­che­re Infla­ti­ons­da­ten und ein schwä­cher als erwar­te­ter Ein­zel­han­dels­um­satz brems­ten die Rekord­fahrt an der Wall Street. Unsi­cher­hei­ten bezüg­lich der zukünf­ti­gen Zins­po­li­tik sind zu spü­ren. Wann kommt die nächs­te Zins­an­he­bung und wer wird der Nach­fol­ger von Janet Yel­len?

Eben­so ist bei der nun begin­nen­den Quar­tals­sai­son abzu­war­ten, ob die Unter­neh­mens­ge­win­ne auch dort die seit Mona­ten stei­gen­den Kur­se recht­fer­ti­gen kön­nen. Immer­hin befin­det sich der Dow Jones in der längs­ten Auf­wärts­be­we­gung der letz­ten 20 Jah­re!

Stär­ke­re Bewe­gun­gen in Form von einem kla­ren Trend konn­te man im Euro-​Dollar sehen. Die­ser lief sehr gerad­li­nig von knapp 1.17 auf in der Spit­ze fast 1,19 in die­ser Woche. Zumin­dest bis zu den US-​Daten – wor­auf ich an auch in mei­nem Facebook-​Kanal hin­wies:

DAX kämpft mit der 13000 und EURO stark

Trend­ver­hal­ten im EUR/​USD

Letzt­lich brems­te der stär­ke­re Euro dann auch ein wenig den DAX aus. Im Gleich­schritt beweg­te sich der Gold­preis wie­der zur 1.300er-Marke hin und über­schritt die­se am Frei­tag dann. Somit sind dies schon zwei markt­tech­ni­sche Belas­tungs­fak­to­ren. Die geo­po­li­ti­schen Pro­ble­me soll­te man in die­sem Zusam­men­hang eben­falls im Auge behal­ten. Zu nen­nen ist dabei Spa­ni­en, neu­er­li­che Span­nun­gen zwi­schen den USA und Iran, sowie das noch immer andau­ern­de The­ma Nordkorea-​Krise.

Doch zurück zum DAX…

13.000 auch für die neue Woche wich­tig

Die viel dis­ku­tier­te Mar­ke wur­de also erreicht und zumin­dest kurz­zei­tig immer wie­der über­schrit­ten. Letzt­lich schloss der Markt jedoch dar­un­ter und ist somit tech­nisch immer noch in einer Schie­be­zo­ne. Die­se schloss sich naht­los an den Auf­wärts­trend an, wel­chen ich ein­gangs der Ana­ly­se zeig­te.

DAX kämpft mit der 13000 und Schiebezone

DAX mit Schie­be­zo­ne im 10min-​Chart

Alle Aus­bruchs­ver­su­che wur­den hier­bei ein­ge­fan­gen, was das Tra­ding eines Aus­bruchs sehr frus­trie­rend gestal­ten konn­te. Unter den Tra­dern war die Stim­mung daher sehr ange­spannt. Eini­ge der Fehl­aus­brü­che habe ich daher hier noch ein­mal visua­li­siert:

DAX kämpft mit der 13000: Fehlausbrüche

Fehl­aus­brü­che an der Tages­ord­nung

Was lei­te ich dar­aus ab?

Range-​Trader kon­zen­trie­ren sich wohl eher auf ein erneu­tes Durch­lau­fen die­ser Zone. Die­ses Sze­na­rio wür­de einen Rück­lauf zur 12.940 – 12.950 beinhal­ten und erst dar­un­ter die Bären im grö­ße­ren Zeit­rah­men wecken:

DAX kämpft mit der 13000: Range

Range-​Szenario im DAX

Wer sich jedoch an die über­ge­ord­ne­ten Trends hält, der spe­ku­liert auf einen erneu­ten Aus­bruch auf der Ober­sei­te und legt hier­bei die Stopps nicht erst an der Unter­sei­te der Ran­ge an, son­dern idea­ler­wei­se schon etwas eher. Durch Ver­bin­dung der Tief­punk­te der ver­gan­ge­nen Wochen ist dies optisch gut ableit­bar:

DAX kämpft mit der 13000: Ausbruch

Ausbruchs-​Szenario im DAX

Aus die­ser Zone her­aus könn­te der DAX also gleich am Mon­tag wie­der einen Ver­such star­ten, sich über die 13.000 zu bewe­gen. Doch erst ein Schluss­kurs dar­über „weckt” wohl die grö­ße­ren Inves­to­ren und damit das Kapi­tal, was für eine nach­hal­ti­ge Über­win­dung not­wen­dig ist. Bis­her war dies auch eher an der Sei­ten­li­nie. Man erkennt dies an den gleich­blei­ben­den Umsät­zen auf XETRA an die­ser Stel­le:

DAX kämpft mit der 13000: Handelsvolumen

Blick auf das Han­dels­vo­lu­men

Der DAX kämpft mit der 13000 wohl noch eine Wei­le, doch wenn er sich für eine Rich­tung ent­schei­det, soll­te die­se nach­hal­tig sein. Ger­ne infor­mie­re ich Sie dazu wie­der an die­ser Stel­le.

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)