DAX lässt Ran­ge hin­ter sich

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Wer die Sta­tis­tik der Kalen­der­mo­na­te kennt, der weiß, dass im Sep­tem­ber kei­ne Kurs­sprün­ge auf der Ober­sei­te zu erwar­ten sind. Unter Bör­sia­nern als der Sep­tem­ber daher oft­mals auch als Angst­mo­nat ver­schrie­en. Nicht nur wegen den Ter­ror­an­schlä­gen in New York, son­dern auch, weil vie­le Markt­teil­neh­mer nach dem Urlaub das Depot neu ord­nen und eini­ge Wer­te ent­fer­nen (müs­sen). Doch die­ses Jahr scheint alles anders zu Lau­fen. Immer­hin leg­te der DAX in die­ser Woche um 1,75 Pro­zent zu und stand damit der Wall Street nur ein klei­nes Stück nach. Von Crash oder Angst kann daher zumin­dest bis heu­te kei­ne Rede sein. Nun aber zum Rück- und Aus­blick und der Fra­ge, was nach DAX lässt Ran­ge hin­ter sich pas­sie­ren könn­te.

Aus­bruch in der Vor­wo­che: DAX lässt Ran­ge hin­ter sich

In der Vor­wo­chen­ana­ly­se berich­te­te ich bereits über einen ers­ten geschei­ter­ten Aus­bruchs­ver­such aus der meh­re­re Wochen andau­ern­den Ran­ge. Die­ser miss­lang zuerst, wur­de jedoch im Nach­gang beim Ver­such zwei nun voll­zo­gen. Aus die­ser Ana­ly­se der Vor­wo­che das Szenario-​Bild noch ein­mal zur Erin­ne­rung:

DAX lässt Range hinter sich: Rückblick

Rück­blick auf Sze­na­rio: Range-​Ausbruch

Bereits am Mon­tag konn­te der Bereich mit einem GAP über­schrit­ten wer­den und die Bären gerie­ten dadurch in Zug­zwang. Die 12.400 waren kei­ne Hür­de und der Markt zog wei­ter in Rich­tung des Aus­bruchs. Kein Wun­der, denn dort lagen eine Men­ge Orders und Inter­es­se an einer kla­ren Rich­tung. Mit 100 Punk­ten Han­dels­span­ne war dies auch der Tag der Vor­wo­che mit der größ­ten Bewe­gung. Auch am Diens­tag wur­de noch ein­mal per GAP die Ober­sei­te wei­ter bedient. Doch dann klang die Vola­ti­li­tät merk­lich ab. Bereits am Mitt­woch war von einem „span­nen­den Han­del” nicht mehr die Rede. Auch der Don­ners­tag mach­te nicht wei­ter von sich Reden, da er in der Ran­ge des Vor­ta­ges notier­te. So stan­den die bei­den GAPs der Woche, wie hier im Forum gezeigt, wei­ter­hin fest zemen­tiert im Chart­bild:

DAX lässt Range hinter sich: GAPs

GAPs im DAX der Vor­wo­che

Auch die Zins­sit­zung der Bank of Eng­land änder­te dar­an wenig. Und die Impul­se der Wall Street, an der es mit über 12.200 Punk­ten ein neu­es All­zeit­hoch im Dow Jones gab, lock­ten den DAX nicht wei­ter nach oben. Die Hoff­nung lag auf dem Frei­tag. Denn am s.g. Hexen­sab­bat hät­te durch­aus ein wenig mehr Bewe­gung gene­riert wer­den kön­nen. An die­sem drei­fa­chen Ver­falls­tag, der nur ein­mal pro Quar­tal statt­fin­det, wer­den Optio­nen und Futures auf Akti­en und Indi­zes abge­rech­net und oft­mals schon im Vor­feld auf die­se Abrech­nung hin spe­ku­liert. Am Tag selbst ist dann die Vola­ti­li­tät in den letz­ten Jah­ren weni­ger gewor­den, aber den­noch span­nend. So sprang der DAX zum Ver­fall der euro­päi­schen Index­fu­tures noch ein­mal 9 Punk­te über das Vor­ta­ges­hoch, bevor er sich an der Unter­sei­te des Vor­ta­ges ori­en­tier­te und die­sem Bereich bis auf 7 Punk­te nahe­kam. Im Chart­bild sah dies wie hier im Forum gezeigt aus:

DAX lässt Range hinter sich: Hexensabbat

Hexen­sab­bat und Kurs­re­ak­tio­nen

Ins­ge­samt bestä­tig­te der Hexen­sab­bat damit die His­to­rie der letz­ten Ver­falls­ta­ge, an denen die Bewe­gung nicht höher als an ande­ren Han­dels­ta­gen war. Mit 53 Punk­ten Han­dels­span­ne war sie sogar einen Punkt nied­ri­ger als der Don­ners­tag und ins­ge­samt unter­durch­schnitt­lich. Hier rag­te der Mon­tag mit einer Han­dels­span­ne von 100 Punk­ten noch am vola­tils­ten her­aus, was aber zum Groß­teil dem GAP zuzu­rech­nen war. Man darf als Tra­der hof­fen, dass in der kom­men­den Woche mehr Bewe­gung inner­halb der Han­dels­ta­ge ent­steht. Beein­flus­sen kann ich es jedoch lei­der nicht 🙂

Pro­gno­se für die neue Kalen­der­wo­che

Die Wall Street mach­te es vor. Mit 22.275 Punk­ten gene­rier­te der Dow Jones ein­druck­voll eine neue Rekord­mar­ke. Auch der markt­brei­te­re S&P 500 schaff­te mit 2.500 Punk­ten erst­mals ein neu­es Level. Fasst schon ver­ges­sen scheint der Kon­flikt mit Nord­ko­rea, die dro­hen­de Schul­den­ober­gren­ze und die noch nicht umge­setz­ten (Steuer-)Reformen in den USA. Doch bli­cken wir auf den DAX, der mit etwas ange­zo­ge­ner Hand­brem­se hin­ter­her­läuft. Womög­lich wegen der anste­hen­den Bun­des­tags­wahl?

Wie auch immer, der Aus­bruch auf der Ober­sei­te aus der Ran­ge ist nun klar sicht­bar. Dazu der 4-​Stundenchart:

DAX lässt Range hinter sich: Ausbruch

Aus­bruch deut­lich im 4-​Stundenchart

Knapp ober­halb der 12.500 ste­hen nun ein paar Hür­den für die Bul­len im Weg. Denn der Hoch­punkt aus Mit­te Juli (recht genau vor 2 Mona­ten) zusam­men mit den Kon­so­li­die­rungs­punk­ten von Ende Juni bie­ten hier Wider­stand. Dar­über wäre jedoch die nächs­te Kauf­wel­le zu erwar­ten, wel­che bis in den Bereich um 12.750 bis 12.800 tra­gen könn­te. Vor allem, wenn die Wall Street auf der Ober­sei­te wei­ter Gas gibt, soll­te sich der DAX dem nicht ent­zie­hen kön­nen:

DAX lässt Range hinter sich: Hürde

DAX-​Hürde für die Bul­len

Bärisch wird es in mei­nem Chart­bild erst mit der Unter­schrei­tung der 12.490 und dem Ein­tau­chen in das am Mitt­woch gezeig­te GAP (sie­he auch oben in die­ser Ana­ly­se Bild 2). Ab dort könn­te eine Kon­so­li­die­rung zuerst bis 12.380 füh­ren und dort an dem GAP, wel­ches zum Wochen­auf­takt statt­fand, erst ein­mal anhal­ten. Wohl eher nur durch exter­ne Fak­to­ren soll­te die­ser Wert unter­bo­ten wer­den und damit die „alte Ran­ge” wie­der aktiviert…doch dies ist nach aktu­el­lem Stand sehr weit ent­fernt und nicht mein aktu­el­les Sze­na­rio. Den­noch muss man dies hier aktu­ell fest­hal­ten und berück­sich­ti­gen:

DAX lässt Range hinter sich: Hürde

Hür­de zu stark?

Bei­de Sze­na­ri­en las­sen sich recht gut als „Aus­bruch­sze­na­ri­en” ein­fan­gen, sprich: han­deln. Dazu ori­en­tie­re ich mich nach die­ser Vor­ar­beit im 4-​Stundenchart im enge­ren 15-​Minutenchart. Hier kann man die Han­dels­span­ne seit Mitt­woch sehr gut als „Box” blau auf­zei­gen und die ent­spre­chen­den Trig­ger auf die Aus­bruchs­schwel­len legen, um dort aktiv zu wer­den.

DAX lässt Range hinter sich: Trigger

Kon­kre­te Trig­ger für das DAX-​Trading

An Impul­sen soll­te hier spä­tes­tens (!) am Mitt­woch die Noten­bank­sit­zung in den USA von der FED für Impul­se sor­gen. Danach steht noch am Don­ners­tag die Bank of Japan auf der Agen­da an und schon ist auch die Bun­des­tags­wahl an uns zeit­lich her­an­ge­rückt. Poli­tisch könn­ten dann die Koali­ti­ons­paa­run­gen noch für Gesprächs­stoff sor­gen. Der DAX hält sich dies­be­züg­lich wohl eher raus. An Crash soll­te man trotz Sep­tem­ber unter Vor­be­halt poli­ti­scher Ruhe nicht den­ken. Dafür feh­len ein­fach die Signa­le – Sta­tis­tik hin oder her.

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)