DAX liebt sei­ne Ran­ge: Chart­ana­ly­se für die KW35

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Die schlech­te Nach­richt vor­weg: Es gibt noch kei­ne Ent­war­nung von der Som­mer­le­thar­gie im DAX. Auch wenn es kurz nach einem Ansturm und mög­li­chem Bruch der 12.000 im DAX aus­sah, sta­bi­li­sier­te sich der Markt schnell wie­der und zog wei­ter­hin sei­ne Bah­nen in den bekann­ten Kurs­re­gio­nen. Der DAX liebt sei­ne Ran­ge und ein­zig Day­t­ra­der kön­nen hier­von pro­fi­tie­ren.

Chan­cen und Tra­des der Vor­wo­che

Ent­spre­chen­de Chan­cen für Tra­der gab es im kur­zen Zeit­fens­ter. So wies ich in der Vor­wo­che (hier zum Nach­le­sen) auf die­se poten­zi­el­len Trading-​Punkte am unte­ren Range-​Bereich hin:

DAX Range skizziert

Vor­wo­che: Ran­ge skiz­ziert

Die­ser Bereich wur­de am Mon­tag auch ange­lau­fen und konn­te in den ers­ten Anläu­fen als Unter­stüt­zung die­nen. Gele­gen­heit genug, hier die­se Unter­stüt­zung zu kau­fen und im Forum (hier) zu doku­men­tie­ren.

DAX Range Kauf unten

Dayt­ra­ding Doku­men­ta­ti­on Kauf der Unter­stüt­zung

Wie man letzt­lich so einen Tra­de mana­gen kann, zeig­te ich dann wenig spä­ter mit dem Teil­ver­kauf und Stopp­ver­set­zung der Rest­po­si­ti­on in einem aus­führ­li­chen Arti­kel zum Tra­de Manage­ment auf:

DAX Range Trade Management

Tra­de Manage­ment im Dayt­ra­ding DAX

Im nächs­ten Rück­lauf konn­te die Unter­stüt­zung dann jedoch nicht mehr gehal­ten wer­den. Es kam zu einer Stopp-​Loss-​Welle, die typisch für einen Aus­bruch aus einem Range-​Bereich ist. Sie führ­te sehr schnell 60 Punk­te nach unten, erreich­te aber die 12.000 nicht ganz. Hier noch ein­mal dar­ge­stellt:

DAX Range Signal

Range-​Kante gebro­chen = Signal Short

Im wei­te­ren Ver­lauf sta­bi­li­sier­te sich der Markt, ange­trie­ben von der Wall Street, erneut. Damit stell­te sich für Posi­ti­ons­tra­der der Aus­bruch als „Fehl­si­gnal” her­aus bzw. wur­de revi­diert. Nur kurz­fris­tig agie­ren­de Tra­der konn­ten dies dann letzt­lich gewinn­brin­gend nut­zen.

Schon am Diens­tag befand sich der Markt wie­der in der bekann­ten Ran­ge und damit über 12.100 Punk­ten. Ein Anlau­fen auf die obe­re Begren­zung gelang am Mitt­woch mit 12.269 Punk­ten nur fast, denn danach blick­te die Finanz­welt bereits im Vor­feld des Tref­fens der US-​Notenbanker auf Jack­son Hole und pen­del­te sich förm­lich ein. Die Vola­ti­li­tät nahm ab und die Tages­er­geb­nis­se wichen am Don­ners­tag und Frei­tag kaum vom Mitt­woch ab. Die jewei­li­gen Tages­er­geb­nis­se wech­sel­ten sich ab, auf einen Ver­lust­tag folg­te ein Gewinn­tag usw.:

DAX Range Tagesbilanzen

Tages­bi­lan­zen DAX in Han­dels­wo­che (wallstreet-​online)

Einen Schreck beka­men DAX-​Trader jedoch noch ein­mal am Frei­tag. Vor dem ifo-​Geschäftsklimaindex gab es erneut eine schnel­le Bewe­gung auf der Unter­sei­te, wel­che die Vor­ta­ges­tiefs durch­brach und kurz­zei­tig bis zur 12.130 lief. Doch bereits mit dem ifo-​Index, der nahe sei­nem Rekord­hoch notier­te und damit den Wirt­schafts­auf­schwung in Deutsch­land wei­ter unter­stützt, stell­te sich auch die­se Bewe­gung als sehr kurz­fri­tig her­aus. Ein V-​Reversal ent­stand:

DAX Range zum ifo

DAX zum ifo-​Index

Im so ent­stan­de­nen „Wohl­fühl­be­reich” des DAX ent­stan­den somit immer kur­ze Aus­brü­che im Wochen­ver­lauf, die nicht nach­hal­tig waren. Dies skiz­zier­te ich mit dem Stich­wort „Rücklauf-​Zonen”:

DAX Range Rücklaufzonen

Rück­lauf­zo­nen im DAX immer wie­der

Auch der Ver­such am Nach­mit­tag, auf der Ober­sei­te aus­zu­bre­chen, schei­ter­te. Mit der Eröff­nungs­re­de von FED-​Chefin Janet Yel­len gab der DAX sei­ne gesam­ten Tages­ge­win­ne wie­der ab und schloss sogar leicht im Minus. Doch die­se so wei­ter fort­ge­setz­te Ran­ge wird nicht ewig anhal­ten. Auf einen Aus­bruch zu spe­ku­lie­ren kann daher in der kom­men­den Woche durch­aus Sinn erge­ben. Viel­leicht auch als Impuls nach dem Jack­son Hole Tref­fen der Noten­ban­ker vom Wochen­en­de? Was Jack­son Hole über­haupt ist und war­um die Bör­sia­ner so genau dar­auf schau­en, ver­fass­te ich als Arti­kel am Frei­tag­abend hier ->

DAX liebt sei­ne Ran­ge wei­ter? Sze­na­ri­en für die 35. Kalen­der­wo­che

Da sich der DAX im Wochen­ver­gleich nur um 0,02 Pro­zent bewegt hat­te, kann man fast die glei­chen Trig­ger für die kom­men­de Woche erneut nut­zen. Dies ist natür­lich die unte­re Range-​Kante bei 12.080 Punk­ten, wel­che schon am Mon­tag für star­ke Dyna­mik sorg­te.

Aber auch die Hochs der Woche sind hier­bei span­nend. Sie lie­gen in der zwei­ten Wochen­hälf­te fast auf einem Level und sehen im Stun­den­chart wie folgt aus:

DAX Range Vorwochenhochs

Blick auf DAX-​Vorwochenhochs

Über 12.250 ist damit ein Kauf­si­gnal gene­riert. Und die gro­ße Ran­ge ver­läuft nur wenig dar­über, so dass ein ent­spre­chen­der Schub durch­aus auch die­sen Bruch mit ein­lei­ten könn­te. Dazu bedarf es jedoch den 4-​Stunden-​Chart zur Dar­stel­lung. Die gera­de gezeig­te Vorwochenhoch-​Zone bleibt ent­hal­ten und knapp dar­über, um 12.300 bis 12.330 Punk­te ist dann die ehe­ma­li­ge Range-​Kante deut­lich (in blau) mar­kiert:

DAX Range Vorwochenhochs und Range

Ran­ge knapp über Vor­wo­chen­hochs

Als Short-​Squeeze-​Szenario beti­te­le ich die­se Mög­lich­keit, denn ein Aus­bruch über 12.330 Punk­te soll­te auch die Markt­teil­neh­mer auf Tages­ba­sis aus der Som­mer­le­thar­gie wecken. Kauf­in­ter­es­sen­ten wür­den auf­sprin­gen und die Bären in der Ran­ge müss­ten ihre Ver­lus­te begren­zen und wer­den eben­falls zu Käu­fern:

DAX Range Ausbruch

DAX Sze­na­rio bei Squee­ze

Unter­stüt­zun­gen lege ich direkt als Trend­li­nie der Tief­punk­te im 1-​Stunden-​Chart an und mar­kie­re dort auch erneut die unte­re Range-​Kante bei 12.080 Punk­ten. Aus­ge­löst wer­den könn­te sie bei­spiels­wei­se durch ein wei­te­res Anzie­hen vom Euro-​Dollar, der im spä­ten Frei­tags­han­del ein neu­es Zwei­jah­res­hoch mar­kiert hat­te. Nicht gut für die Export­wirt­schaft in Euro­pa, aber von Mario Draghi durch­aus so gewollt. Im Chart­bild des DAX ent­spricht dies damit, wie ein­gangs genannt, mei­nem Trig­ger auf der Unter­sei­te:

DAX Range Stundenchart

Unter­stüt­zun­gen im DAX (Stun­den­chart)

Dazwi­schen soll­te es sicher nicht an Vola­ti­li­tät man­geln, doch wie erwähnt eher an die kurz­fris­ti­ge­ren Markt­ak­teu­re gerich­tet und am skiz­zier­ten „Wohl­fühl­be­reich” im DAX der ver­gan­ge­nen Wochen aus­ge­rich­tet. Der DAX liebt sei­ne Ran­ge, wie man sieht. Ich kann dies nicht ändern oder beein­flus­sen, alle Posi­ti­ons­tra­der soll­ten mir dies nach­se­hen und sich wei­ter in Geduld üben.

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)