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Ein Schritt näher zum All­zeit­hoch

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Als „Woche der Ent­schei­dung“ wur­de vor­ab die letz­te Han­dels­wo­che in der Pres­se titu­liert. Gab es doch mit eini­gen poli­ti­schen und volks­wirt­schaft­li­chen Events genug Treib­stoff für die Bör­se. Doch dar­aus wur­de am Ende eine recht nor­ma­le Han­dels­wo­che, wel­che dann doch nur intra­day für High­lights sorg­te. Was sich genau voll­zog und wie es wei­ter­ge­hen könn­te, stel­le ich aus Sicht eines Tra­ders nach­fol­gend dar.

Viel Auf­re­gung um wenig Vola­ti­li­tät

Den Wochen­sal­do vor­weg: Um 0,06 Pro­zent beweg­te sich der Dow Jones auf­wärts. Etwas mehr Dyna­mik hat­te der DAX mit 1,1 Pro­zent Auf­schlag in der ver­gan­ge­nen Woche, dabei jedoch nur eine Schwan­kungs­brei­te von 240 Punk­ten oder etwa 2 Pro­zent. Nicht wirk­lich viel für die Events, die vor­ab auf der Agen­da der Markt­teil­neh­mer stan­den. Mei­ne Vor­wo­chen­ana­ly­se mit dem Titel „Zins­ent­scheid kann Rich­tung wei­sen“ (nach­zu­le­sen HIER auf Trend­Fol­lo­wing ->) war damit wohl etwas zu voll­mun­dig und ist einen tie­fe­ren Blick vor dem gewohn­ten Aus­blick zur kom­men­den Woche wert.

Zum Wochen­start keil­te sich der DAX eher ein als dass er sich für eine Rich­tung fest­le­gen woll­te. Dies zeig­te sich bis zum Mit­tag in einer abneh­men­den Vola­ti­li­tät recht deut­lich:

 

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Dabei wur­de immer wie­der die 12.000 ange­lau­fen, aber auch der unte­re Bereich bei 11.920, der bereits in der Vor­wo­che Halt bie­ten konn­te. Sehr schnel­le Bewe­gun­gen folg­ten an die­sen Mar­ken immer wie­der, aber einen Aus­bruch voll­zog der DAX auch am Diens­tag aus die­sen Berei­chen nicht:

 

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Zumin­dest beweg­te er sich vor dem mit Span­nung erwar­te­ten Zins­ent­scheid der ame­ri­ka­ni­schen Noten­bank FED am Mitt­woch an das obe­re Band her­an. Aus den Nie­der­lan­den kamen kei­ne poli­ti­schen „Stör­feu­er“ für Euro­pa, da der Pro-​Europa-​Kurs nach dem Wahl­sieg des Minis­ter­prä­si­den­ten Mark Rut­te wei­ter bei­be­hal­ten wer­den kann.

Recht opti­mis­tisch zeich­ne­te ich fol­gen­de Drei­ecks­for­ma­ti­on ein.

 

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Die Zin­sen wur­den wie erwar­tet leicht ange­ho­ben, was im Markt jedoch schon uni­so­no ein­ge­preist war. Mit dem Spiel­raum von 0,75 bis 1 Pro­zent sind die Zin­sen in den USA den­noch sehr nied­rig, bis 2019 will die US-​Notenbank in klei­nen Schrit­ten und somit lang­sam auf drei Pro­zent kom­men. Wegen die­sen mode­ra­ten Schrit­ten stie­gen im Zuge der Zins­an­he­bung auch Roh­stof­fe und der Dol­lar mit an. Das Wachs­tum in den USA recht­fer­tig­te dies auch.

Damit war am Don­ners­tag der Weg „frei“ für Käu­fer, die den Zins­ent­scheid abge­war­tet hat­ten, um dann erst aktiv in den Markt gehen. Und die­se dräng­ten gleich am Don­ners­tag­vor­mit­tag in den Markt. Dabei gab es kurz­fris­tig kaum ein Hal­ten, was sogar zu einem neu­en Jah­res­hoch bei 12.156 Punk­ten führ­te!

Auf das Sze­na­rio hat­te ich in der Vor­wo­che mit den Sät­zen hin­ge­wie­sen (Zitat):

In der ers­ten Stu­fe sehe ich die Chan­ce bei Rück­erobe­rung der 12.020 auf einen neu­en Anlauf zu den Frei­tags­hochs. Knapp dar­über ist das Jah­res­hoch nicht weit ent­fernt (falls der Break kommt)

Das Niveau konn­te jedoch nicht gehal­ten wer­den, bereits am Nach­mit­tag fiel der DAX auf das alte und ursprüng­li­che Jah­res­hoch zurück.

Frei­tag stand dann der gro­ße Ver­falls­tag, auch Hexen­sab­bat genannt, an. Hier ver­fal­len Ter­min­kon­trak­te auf Futures, Optio­nen und Ein­zel­wer­te. Die Fixie­rung auf den eigent­li­chen Ver­falls­tag hat im Lau­fe der Jah­re stark abge­nom­men, da vie­le Posi­tio­nie­run­gen bereits im Vor­feld abge­ar­bei­tet wer­den und am eigent­li­chen Ver­falls­tag die Vola­ti­li­tät dann im nor­ma­len Rah­men bleibt. Trotz hohem Volu­men pen­del­te der DAX dann qua­si über der 12.000 aber unter den neu mar­kier­ten Ver­laufs­hochs des Vor­ta­ges seit­wärts und schloss recht nah am bis­he­ri­gen Jah­res­hoch.

Der Dow Jones pen­del­te sich eben­falls ein und ver­zeich­ne­te zum Wochen­aus­klang kei­ne Impul­se. Selbst mein Koffein-​Dopingversuch am Frei­tag­nach­mit­tag zeig­te kei­ne Wir­kung:

 

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Somit lief der DAX zwar wei­ter im Trend nach oben, aber eben nicht sehr dyna­misch. Beim Blick auf die Vor­wo­chen­ana­ly­se konn­te sehr klar der unte­re Bereich und nur unge­fähr dann die ein­ge­zeich­ne­te Trend­li­nie gehal­ten wer­den (Chart aus Vor­wo­che):

 

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Den Han­del voll­zog ich dann im Meta­t­ra­der bei JFD Bro­kers. Nähe­re Info’s dazu hier ->

Neue Mar­ken für die neue Han­dels­wo­che

Ers­ter posi­ti­ver Punkt ist die Rück­erobe­rung der 12.000er-Marke. Zwei­ter posi­ti­ver Punkt der Halt des Bodens um 11.920, der dies erst ermög­lich­te. Und drit­ter posi­ti­ver Punkt aus Sicht der Markt­tech­nik ist die Erzie­lung eines neu­en Ver­laufs­hochs. Sogar ein Zwei­jah­res­hoch war es bei 12.156 Punk­ten.

Um nicht in Eupho­rie zu gera­ten und objek­tiv zu blei­ben, muss ver­merkt wer­den, dass wir uns um das alte Jah­res­hoch her­um fest­ge­setzt haben:

 

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Die Band­brei­te die­ses „Krei­sens“ kann durch­aus 70 Punk­te betra­gen, also erneut zum neu­en Jah­res­hoch pen­deln, aber auch noch ein­mal zur 12.000. Wie schnell dies gesche­hen kann, haben wir im unte­ren Bereich am Frei­tag gese­hen.

Auch das wäre noch nicht pau­schal nega­tiv zu bewer­ten, son­dern viel­mehr ein ganz nor­ma­les Markt­rau­schen. Zur Rutsch­ge­fahr ver­kommt die­se Bewe­gung erst, wenn wir wie­der unter 12.000÷12.020 gera­ten und dann sind Kur­se um 11.920 sehr schnell mög­lich. Die­ses Sze­na­rio zeich­ne ich somit an der glei­chen Stel­le ein, an der es dem DAX vor einer Woche gelang, nach oben aus­zu­bre­chen. Man kann dies auch Licht­schal­ter­ef­fekt nen­nen.

 

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Posi­tiv zu wer­ten wäre ein schnel­les Ent­fer­nen vom ehe­ma­li­gen Jah­res­hoch, also über 12.100 und damit ein Angriff auf das neu gebil­de­te Zwei­jah­res­hoch bei 12.156. Und dann ist auch der Weg frei zum All­zeit­hoch.

 

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Wenn es so kommt, berich­ten sicher ALLE Medi­en dar­über.

An Ter­mi­nen steht in der kom­men­den Woche aus den USA am Diens­tag die Leis­tungs­bi­lanz, am Mitt­woch die Haus­ver­käu­fe (alt) und Don­ners­tag Haus­ver­käu­fe (neu) sowie dann am Frei­tag der Mar­ket PMI an. Par­al­lel dazu gibt es fast täg­lich eine Rede eines US-​Notenbank-​Mitgliedes, aus der immer wie­der Signa­le für die wei­te­re Aus­rich­tung her­aus­ge­le­sen wer­den kön­nen. Erfah­rungs­ge­mäß kann dies für Bewe­gun­gen sor­gen, viel­leicht auch direkt zum All­zeit­hoch im DAX?

Das All­zeit­hoch ist übri­gens aus dem Jahr 2015 und im Tageschart sicht­bar:

 

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Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)