negativzinsen-folgen-feature-imgae

Negativzinsen und deren Folgen für die Gesellschaft

Fabian Allgemein Leave a Comment

Jens-Hinrich Binder, Lehrstuhlinhaber an der Universität Tübingen, und seine Mitarbeiterin Christiane Hellsternin kommen in einem aktuellen Bericht in der „Zeitschrift für Wirtschaftsrecht“ (ZIP) zu dem Schluss, dass Sparkassen rechtlich nicht daran gehindert sind, Negativzinsen an Privat- oder Geschäftseinleger weiterzureichen.  Freilich, sei die Aufgabe der Sparkassen, die Bevölkerung zum Sparen anzuregen. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld gelte das Ziel Vermögensaufbau allerdings nur, soweit es die Marktkonditionen zulassen. Anders sei keine „nachhaltige Erfüllung des öffentlichen Auftrages“ denkbar, hatte der Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon kürzlich in der FAZ verlauten lassen.

Aktuell sind Gerüchte im Umlauf, dass diverse Zentralbanken bereits an einer weiteren Lockerung der Geldpolitik arbeiten. Dies gilt auch für die Europäische Zentralbank. An einer Änderung des Zinsniveaus ist in den nächsten Perioden nicht zu denken. Diese Problematik wird sich immer mehr auf die Bevölkerung durchschlagen. Sparen im klassischen Sinne funktioniert nicht mehr. Egal, ob Vermögensaufbau oder Altersvorsorge, Sparer müssen flexibler werden.

Am wichtigsten jedoch, erscheint nicht einfach die Vermögensklasse zu wechseln, also bspw. vom Sparbuch zur Aktie, sondern Wissen und finanzielle Intelligenz aufzubauen. In diesem Zusammenhang ist vor allem unser Schul- bzw. Universitätssystem gefordert. Gerade junge Leute dürfen nicht mehr mit den alten „Weisheiten“ unterrichtet werden. Es muss endlich praxisnahes Wissen im Umgang mit Geld, Vermögensaufbau und Unternehmertum vermittelt werden. Nur so wird es der jungen Generation möglich, ebenfalls ein Leben in ähnlichem Wohlstand, wie ihre Eltern genießen zu können. Ganz nebenbei wird dadurch langfristig auch noch eine Demokratisierung der Vermögensverteilung stattfinden. Eltern sollten nicht einzig und allein ausschlaggebend für den Grad der Finanziellen Bildung sein. Ob die Verantwortlichen rechtzeitig Reformen anstoßen, muss leider stark bezweifelt werden.

Unabhängig, wie die junge Generation von staatlicher Seite gefördert werden könnte, gilt: Finanzielle Bildung muss in die eigene Hand genommen werden. Wer sich dabei nur auf seinen klassischen Finanzberater und dessen Wissen bzw. Produkte  verlässt, begibt sich auf Glatteis. Zunächst muss unbedingt ein Fundament an finanzieller Intelligenz aufgebaut werden. Danach macht es Sinn bei einem Thema in die Tiefe zu gehen: Egal, ob der Schwerpunkt auf dem Aktienmarkt, Immobilien oder allgemein dem Unternehmertum liegt. Bei kontinuierlichem Lernen und ausdauernder Bereitschaft sich den Herausforderungen zu stellen, wird man seine Chancen drastisch erhöhen, nicht nur ohne großen Schaden durch dieses geldpolitische Experiment zu kommen, sondern langfristig zu mehr Wohlstand zu gelangen.