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Ran­ge ist stär­ker als Trump

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Eine rich­tungs­lo­se aber nicht lang­wei­li­ge Woche ging unaus­ge­gli­chen zu Ende. Wäh­rend der Dow Jones noch immer vor der 20.000 lau­ert, mar­kier­te der DAX ein neu­es Jah­res­hoch. Auf die ein­zel­nen Ereig­nis­se und Trading-​Ideen der Woche schaue ich für Sie hier genau­er.

Man könn­te beim Blick auf die Wochen­ver­än­de­run­gen der Akti­en­märk­te mei­nen, der Win­ter­ein­bruch hat sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen und die Märk­te in den Win­ter­schlaf geschickt. Mit einem Minip­lus von 0,26% lös­te sich der DAX eben­so wenig vom Vor­wo­chen­schluss ab wie der Dow Jones mit -0,39%. Noch gerin­ger waren die Wochen­dif­fe­ren­zen beim Eurostoxx50 mit +0,10% und beim TecDAX mit +0,09%. Doch auch hier lag die Span­nung im Detail und somit in den Bewe­gun­gen inner­halb des Wochen­ver­laufs, wel­che trotz Donald Trump kei­ne star­ken Abwei­chun­gen her­vor­brach­te. Dar­auf gehe ich nun in Kurz­form ein und gebe anschlie­ßend einen Aus­blick auf die mög­li­chen Ent­wick­lun­gen der kom­men­den Han­dels­wo­che.

Zwi­schen Aus­bruchs­le­vel und neu­em Hoch

Über zwei Trig­ger und wich­ti­ge Mar­ken wur­de in der Ana­ly­se der Vor­wo­che: DAX eine Stu­fe höher, Euro ent­spannt, Dow in War­te­schlei­fe im Fazit berich­tet. Bei­de sind erreicht wor­den, hat­ten jedoch nicht das Poten­zi­al für eine nach­hal­ti­ge Bewe­gung. Dies war Ihnen sicher­lich schon im Vor­wort der Ana­ly­se bewusst als ich von den gerin­gen Ver­än­de­run­gen auf Basis der Wochen­schluss­kur­se berich­te­te.

Im Detail konn­te man die­se Trig­ger jedoch sehr gut zum Tra­ding ver­wen­den. Gleich am Mon­tag voll­zog der DAX eine sehr nega­ti­ve Bewe­gung und steu­er­te in der ers­ten Han­dels­stun­de bereits auf die Vor­wo­chen­tiefs zu. Dort stell­te sich die Fra­ge:

 

dax-range-oder-ausbruch-2017-01-15

 

Dabei kam es zu einer Stopp-​Welle unter den Tiefs der Vor­wo­che, die jedoch zügig wie­der neue Käu­fer anlock­te und damit nicht als Aus­bruch bestä­tigt wur­de. Zum Han­dels­en­de war die­ses Sze­na­rio also spä­tes­tens ent­kräf­tet und die Unter­stüt­zungs­zo­ne etwas auf­ge­wei­tet. Schon am Diens­tag ging die Bewe­gung zum Han­dels­start in die gänz­lich ande­re Rich­tung. Bereits vor­börs­lich auf­ge­bau­te Stär­ke reich­te zum Han­dels­start XETRA um 9 Uhr für eine kur­ze Rück­erobe­rung der 11.600er-Marke. Extrem kurz, denn dies zog (weil obe­rer Range-​Bereich) natür­lich wie­der die Bären an. Zudem war das GAP am Diens­tag recht groß, was mich per­sön­lich bei next­mar­kets zu einem GAP-​Trade ani­mier­te.

gap-trade-2017-01-15

 

Die Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit im DAX hielt wei­ter an, schließ­lich mach­te auch der Dow Jones an der Wall Street kei­ne Anzei­chen, die 20.000 Punk­te zu errei­chen oder sich nach­hal­tig von ihr zu ent­fer­nen. Nach jedem Abschlag von 100 Punk­ten kamen erneut Käu­fer in den Markt und negier­ten die Bewe­gung. Man kann somit schon von einer „bösen Zone“ so knapp vor der 20.000 spre­chen:

 

dow-20000-2017-01-15

 

So „eier­te“ auch der DAX am Mitt­woch durch den Han­dels­tag, ohne neue Wochen­tiefs oder –hochs zu erzeu­gen. Als Tra­der kann man in sol­chen Situa­tio­nen nur auf das Hal­ten der Ran­ge spe­ku­lie­ren.

 

dax-2017-01-15

 

Impul­se soll­te die Rede des zukünf­ti­gen US-​Präsidenten Trump brin­gen. Die­se war für den Mitt­woch­nach­mit­tag ange­setzt. Mit der Erin­ne­rung an die Ral­ly an den Märk­ten nach sei­ner Wahl im ver­gan­ge­nen Jahr, deck­ten sich eini­ge Bären schein­bar ein und zogen den DAX tat­säch­lich auf ein neu­es Jah­res­hoch bei knapp 11.700 Punk­te. Der Trig­ger auf der Ober­sei­te wur­de somit für ein paar Punk­te zumin­dest akti­viert, jedoch das Kurs­ni­veau schnell wie­der abver­kauft. Bereits am Fol­ge­tag mach­te sich Ent­täu­schung breit, denn Donald Trump sag­te ein­fach zu wenig zu den wich­ti­gen Wirt­schafts­the­men. Der Trump-​Effekt ver­puff­te folg­lich am Don­ners­tag:

 

trump-effekt-2017-01-17

 

In die­ser erneu­ten Stim­mungs­wen­de wur­den sogar die Wochen­tiefs unter­schrit­ten und damit auch die 11.500 Punk­te. Doch wie schon am Mitt­woch auf der Ober­sei­te war die­ser Range-​Bruch nicht nach­hal­tig und bereits zum Han­dels­schluss wie­der „negiert“,   Erst mit den durch­aus posi­ti­ven Zah­len der US-​Finanzindustrie am Frei­tag konn­te sich der DAX dann wie­der über die 11.600 ret­ten und damit das anfangs beschrie­be­ne klei­ne Kurs­plus zum Wochen­en­de gene­rie­ren – trotz all der auf­ge­zeig­ten Aus­bruchs­ver­su­che und Stim­mungs­wech­sel inner­halb des Wochen­ver­laufs.   Tech­nisch sau­be­rer als der DAX lie­fen übri­gens die Wäh­rungs­märk­te. Die­se par­ti­zi­pie­ren direkt von Äuße­run­gen zur Zins­po­li­tik und den all­ge­mei­nen Wirt­schafts­da­ten. Es stellt also eine ech­te Alter­na­ti­ve im Tra­ding dar, wenn sich bei DAX & Co kei­ne sinn­vol­len Signa­le erge­ben. Wie zum Bei­spiel am Don­ners­tag beim EUR/​USD skiz­ziert:

 

trump-rede-eur-usd-2017-01-15

 

Oder auf mei­nem Facebook-​Kanal am Bei­spiel Gold vor der 1.200er-Marke:

 

gold-2017-01-15

 

Zudem sind die Spreads im Ver­gleich zum DAX-​Handel auch viel gerin­ger, was bei vie­len Tra­des spä­tes­tens bei der Broker-​Abrechnung eine Rol­le spielt. Aber ver­glei­chen Sie ein­fach ein­mal selbst und tes­ten Sie auch ande­re Basis­märk­te als den DAX.

Mehr Bewe­gung in eine Rich­tung?

Ob wir nun in der kom­men­den Woche erneut die Ran­ges han­deln oder einen Aus­bruch bekom­men, ist schwer zu pro­gnos­ti­zie­ren. Denn es steht als wich­tigs­ter Ter­min der Amts­an­tritt von Donald Trump als US-​Präsident an und die Quar­tals­sai­son hat bereits in den USA begon­nen. Bei die­sen vie­len Daten kann der klei­ne Ver­falls­tag an der Ter­min­bör­se (für Optio­nen) den Markt durch­aus in der glei­chen Ran­ge wie ver­gan­ge­ne Woche „hal­ten“, bzw. die Markt­teil­neh­mer mit ihren Open Inte­rests. Gro­ße Schief­la­gen sind dar­aus nicht abzu­le­sen und damit zumin­dest von die­ser Sei­te auch kei­ne Stör­feu­er.   Im gro­ßen Chart­bild, dem Stun­den­chart der ver­gan­ge­nen 6 Wochen, sind die Auf­wärts­ten­den­zen wei­ter sicht­bar.

 

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Den kur­zen Aus­bruchs­ver­such auf der Unter­sei­te habe ich mar­kiert, da die­ses Kurs­le­vel schon ein­mal von Rele­vanz war. Schiebt man den Chart­aus­schnitt auf 4 Wochen zusam­men, wird dies auch sehr gut deut­lich:
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Es war der Bereich der Jah­res­hochs im Dezem­ber 2016!   Somit ist die­ser Peak auf der Unter­sei­te am Don­ners­tag als Pull­back zu ver­ste­hen, aber kei­nes­wegs als Rich­tungs­wech­sel. Erst ab einem Bruch die­ses Bereichs soll­ten die Bären domi­nie­ren und wei­te­re Abga­ben auf den Plan rufen.

Daher mar­kie­re ich den Trig­ger für die kom­men­de Woche und das mög­li­che Short-​Szenario an genau die­ser Posi­ti­on:
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Und ange­lehnt an den Long-​Trigger der Vor­wo­che erneut den Long-​Trigger bei Über­schrei­tung der 11.640 Punk­te:

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Zwi­schen die­sen bei­den Berei­chen darf der DAX ger­ne wie­der pen­deln, denn das Range-​Trading ist eine unter­halt­sa­me Sache. Und viel­leicht fin­den auch Sie „Gefal­len“ dar­an.   Impul­se kön­nen in der Han­dels­wo­che wie ange­deu­tet von der US-​Quartalssaison zu erwar­ten sein. An Wirt­schafts­da­ten ste­hen „nur“ die Erst­an­trä­ge auf Arbeits­lo­sen­hil­fe am Don­ners­tag an. Das High­light ist somit wohl finanz­tech­nisch nur noch der klei­ne Ver­falls­tag am Frei­tag und dann eben­falls zum Wochen­aus­klang am 20.1. die Amts­ein­füh­rung von Donald Trump.