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Tra­ding in der Ran­ge

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Ein sau­be­res Chart­bild ist die hal­be Vor­be­rei­tung. So zumin­dest aus Sicht der Chart­tech­ni­ker, wel­che sich vor­nehm­lich an fol­gen­den Abläu­fen und Bil­dern ori­en­tie­ren. Wer­fen Sie doch auch ein­mal einen Blick auf die­se Metho­de!

Die Vor­wo­chen­ana­ly­se mit dem Titel „Ran­ge ist stär­ker als Trump“  erschreckt mich heu­te. Denn erneut ver­zeich­ne­ten wir eine Woche ohne Ver­än­de­rung im DAX. Schloss der XETRA-​DAX am 13.01. noch bei 11.629 Punk­ten, so ging er in die­ser Han­dels­wo­che mit 11.630 Punk­te aus dem Han­del. Was soll man dazu sagen?

Die­sen über­ge­ord­ne­ten Still­stand muss man als Anle­ger so hin­neh­men, als Tra­der kann man jedoch auf Bewe­gun­gen inner­halb der Han­dels­wo­che spe­ku­lie­ren. Und die­se gab es auch in der ver­gan­ge­nen Woche zur Genü­ge. Ein klei­ner Über­blick mit Anhalts­punk­ten, wohin die­se Bewe­gun­gen lie­fen und wel­che Ursa­chen sie hat­ten, gebe ich in die­ser Ana­ly­se eben­so wie einen erneu­ten Wochen­aus­blick.

Die Woche der Range-​Kanten

Der Mon­tag star­te­te gleich mit einer star­ken Bewe­gung im Deut­schen Akti­en­in­dex. Wäh­rend in den USA ein Fei­er­tag und damit kein Bör­sen­han­del statt­fand, ging der DAX gleich zum Han­dels­start in Deckung. Das Unter­schrei­ten der 11.600 lös­te ent­spre­chen­de Stopp-​Orders aus und gip­fel­te bereits zur XETRA-​Eröffnung in einem Tief bei rund 11.530 Punk­ten. Von da an erhol­te er sich lang­sam aber ste­tig, bis auch der letz­te Markt­teil­neh­mer dann am Nach­mit­tag das Fern­blei­ben der ame­ri­ka­ni­schen Markt­teil­neh­mer bemerk­te und die Vola­ti­li­tät schließ­lich zum Erlie­gen kam.

 

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Schon einen Tag spä­ter hielt die­se unte­re Begren­zung jedoch nicht mehr. Aus­lö­ser war das The­ma Brex­it, wel­ches erneut auf die Tages­ord­nung kam und „här­ter als erwar­tet“ auf Euro­pa wir­ken könn­te. Damit ein­her­ge­hend kam es zu wei­te­ren Stopp-​Auslösungen und Abga­be­druck bis zur nächs­ten Trep­pen­stu­fe im Chart­bild, der unte­ren Begren­zung aus Ende Dezem­ber. Dies war in der Vor­wo­chen­ana­ly­se mit dem „mög­li­chen Short-​Trigger“ und die­sem Chart­bild vor­be­rei­tet wor­den (Rück­blick zur Vor­wo­chen­ana­ly­se):

 

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Recht genau am Ende des roten Pfeils, bei rund 11.420 Punk­ten, dreh­te der Markt auf der Stel­le und voll­zog ein ein­drucks­vol­les Rever­sal. Es war chart­tech­nisch die unte­re Range-​Kante aus dem Dezem­ber. Aber natür­lich gibt es auch eine ent­spre­chen­de Nach­rich­te dazu. Eng­lands Pre­mier­mi­nis­te­rin May oute­te sich als Europa-​Fan bzw. gab die­se besänf­ti­gen­de Wor­te zu Pro­to­koll: „Wol­len kei­ne Auf­lö­sung der EU, die EU muss Erfolg haben”, wel­che ein schnel­les Umden­ken der Markt­teil­neh­mer zur Fol­ge hat­ten. Das mor­gend­li­che Aus­bruchs­ni­veau war somit schnell erreicht.

 

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Als die­ser Bereich zurück erobert wur­de, gaben die letz­ten kurz­fris­ti­gen Bären auf und der DAX konn­te sogar noch im Plus sei­nen Han­dels­tag been­den. Dies galt auch für den Mitt­woch, wo sich der gezeig­te Bereich um 11.530 als alte & neue Unter­stüt­zung mani­fes­tier­te:

 

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Ober­halb die­ses Bereichs näher­ten wir uns somit dem klei­nen Ver­falls­tag am Frei­tag, an dem Optio­nen auf den DAX-​Future abge­rech­net wur­de. Im Vor­feld kris­tal­li­sier­te sich dabei die 11.600 als „Dreh- & Angel­punkt“ her­aus. Denn die­se Mar­ke +/​- weni­ge Punk­te war immer wie­der das Ziel einer Bewe­gung. Man sieht dies im Chart­bild mit etwas opti­schen Abstand (dazu ein­fach kurz auf­ste­hen, was auch gut für die Durch­blu­tung sein soll, und einen Schritt zurück­tre­ten) recht gut:
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Und nur weni­ge Punk­te dar­über ver­ab­schie­de­te sich dann der DAX zeit­gleich mit dem Amts­an­tritt des neu­en US-​Präsidenten Trump aus der Han­dels­wo­che. Die Antritts­re­de von Donald Trump ver­ur­sach­te übri­gens nur eine kur­ze Pha­se der Vola­ti­li­tät, bevor sich auch in den USA die Märk­te in etwa auf Vor­wo­chen­schluss ein­pen­del­ten. Der Euro erklomm zum Dol­lar in letz­ter Han­dels­mi­nu­te noch ein­mal die 1,07.

Nun muss er lie­fern

Für die kom­men­de Han­dels­wo­che ändert sich der Aus­blick nicht maß­geb­lich. Da die Range(s) ziem­lich sau­ber immer wie­der an den Begren­zun­gen ange­lau­fen wurde(n), bie­ten sie auch wei­ter­hin eine gute Ori­en­tie­rung für den Han­del.

Daher ist aus dem Stun­den­chart abge­lei­tet die 11.530−11.550 wie­der mei­ne prä­fe­rier­te Unter­stüt­zungs­zo­ne. Bei einem Bruch (ähn­lich diens­tags) rech­ne ich mit Stopp-​Auslösungen und schnel­lem Abga­be­druck. Einen Unter­gang wie Star­in­ves­tor Geor­ge Soros sehe ich jedoch nicht.

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Solan­ge der DAX jedoch dar­über notiert, ist die Ran­ge sehr gut han­del­bar.

Einen Aus­bruch auf der Ober­sei­te erkennt man erst bei Kur­sen über 11.640 Punk­ten, da hier mehr­fach eine Decke­lung des Kur­ses erfolg­te. Es eta­blier­te sich somit die letz­te Bar­rie­re vor dem Jah­res­hoch, wel­ches bei einem Aus­bruch dann in greif­ba­re Nähe rückt.

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Anlass für einen Aus­bruch kann sicher­lich die Poli­tik des neu­en US-​Präsidenten und die Umset­zung sei­ner wirt­schaft­li­chen Plä­ne sein. In wel­cher Rei­hen­fol­ge und wel­chem Umfang dies geschieht, kann Ihnen lei­der nie­mand sagen. Aus die­sem Grund hal­te ich mich als Tra­der an das Chart­bild und reagie­re nur auf die Bewe­gun­gen, ohne die­se vor­ab erah­nen zu wol­len. Das ist wesent­lich ent­spann­ter für den Kör­per und gesün­der für das Kon­to.   Wenn Sie sich somit in die­ser Ran­ge nicht wohl­füh­len, han­deln Sie nicht!