Ver­patz­ter Jah­res­start ver­ges­sen, DAX in span­nen­der Aus­gangs­la­ge

Andreas Mueller Aktuelles Leave a Comment

Ori­gi­nal abruf­bar unter Tra​ding​-Treff​.de bezieht sich auf den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900).

Zum Start im Jahr 2018 gab es eine Men­ge Emo­tio­nen zu ver­ar­bei­ten – erst Pfui, dann Hui – ein Wech­sel­bad nach einem Sau­na­gang. Doch mit dem Schluss­kurs am Frei­tag sieht es stark nach einer Fort­set­zung der Auf­wärts­be­we­gung aus. Was hier­bei das gro­ße Ziel bzw. die letz­te Hür­de im DAX vor All­zeit­hoch sein könn­te erfah­ren Sie in die­ser DAX-​Chartanalyse nach einer kur­zen Schil­de­rung der ers­ten Han­dels­wo­che.

Han­dels­wo­che vol­ler Emo­tio­nen

Die Bul­len gaben sich schein­bar noch im alten Jahr 2017 geschla­gen, als die 13.000 nicht nur wackel­te, son­dern auf­ge­ge­ben wur­de. Der Frei­tag als letz­ter Han­dels­tag des Vor­jah­res sah bereits nach­börs­li­ch nicht gut aus (Chart­bild als Rück­bli­ck):

DAX Vorwoche Freitag im Chartverlauf

DAX Nach­bör­se am Frei­tag im Chart­ver­lauf

Daher wies ich auch in der Vor­wo­chen­ana­ly­se auf die Gefahr im gro­ßen Bild und einen schwie­ri­gen Jah­res­start  an der Range-​Kante hin:

Range-Kante im DAX in Chartanalyse

Range-​Kante im DAX aus dem letz­ten Quar­tal 2017

Leicht eupho­ri­sch konn­te der Han­del im Jahr 2018 noch begon­nen wer­den, doch schnell rutsch­te der XETRA-​DAX unter 12.900 und schließ­li­ch auch unter die gezeig­te Kan­te:

Aus­lö­ser waren jedoch nicht etwa Wirt­schafts­da­ten, son­dern viel­mehr ein erstark­ter Gold­preis und die wei­te­re Stär­ke des EUR/​USD zum Jah­res­start. Mit über 1,20 erreich­te die­ser umge­hend das August-​Hoch aus dem Vor­jahr und setz­te sich dann dort erst ein­mal fest. Daher an die­ser Stel­le ein­ge­streut: Das gro­ße Bild im Euro-​Dollar aus dem Tageschart:

Aufwärtstendenz in Richtung Widerstand: Chartanalyse

Auf­wärts­ten­denz in Rich­tung Wider­stand beim EURUSD

Wei­te­res dazu als Extra-​Analyse von mir an die­ser Stel­le

Im DAX wur­den zu die­sem Zeit­punkt recht pani­sch eini­ge Stopp-​Orders aus­ge­löst und beför­der­ten ihn im Tief auf 12.745 Punk­te. Ab hier star­te­te dann eine Gegen­wehr, die letzt­li­ch einen Schluss­kurs ÜBER die­ser gezeig­ten Kan­te zur Fol­ge hat­te. Gute Vor­aus­set­zun­gen somit im Tageschart, wie­der Fahrt auf­zu­neh­men.

Gen­au das tat der DAX am Mitt­wo­ch und schaff­te zum Han­dels­en­de hin erst­mals den Sprung über die 13.000 in die­sem Jahr – ein klei­nes Feu­er­werk durf­te dazu nicht feh­len, hier der Aus­zug aus mei­nem Facebook-​Kanal dazu:

Dar­an knüpf­te er am Don­ners­tag an und zeig­te mit 1,46 Pro­zent Gewinn auch den stärks­ten Tag der Woche. Hier war der Impuls­ge­ber die Wall Street und die dort neu­en Rekord­hö­hen. Mit 25.000 Punk­ten über­sprang der Dow Jones dort ein neu­es Level und schien wie­der in der Spur zu sein.

Im DAX war die Bewe­gung mit die­sen Vor­aus­set­zun­gen dann somit nicht been­det und konn­te am Frei­tag fort­ge­setzt wer­den. Bis zu einem wich­ti­gen Punkt – den Hochs aus Dezem­ber:

Marke für Entscheidung im DAX

DAX an wich­ti­ger Mar­ke zum Frei­tag­abend

Ein star­ker und zugleich span­nen­der Wochen­ab­schluss, der vom Tief der Woche an gerech­net fast 600 Punk­te Span­ne hat­te.

DAX holt 600 Punkte auf in drei Handelstagen

Wochen­per­for­man­ce DAX ab dem Tief beein­druckt

Eröff­nung Mon­tag: Letz­te Hür­de im DAX vor All­zeit­hoch?

Unbe­strit­ten ist die Rekord­se­rie in den USA, wie man am Ver­tre­ter Dow Jones nach den jüngs­ten Hochs sehen kann. Sogar eine mög­li­che obere Begren­zung des Trends ist ange­schnit­ten und beschleu­nig­te die Bewe­gung zum Wochen­aus­klang noch ein­mal:

Chart Dow Jones mittelfristig

Trend im Dow Jones intakt und an Begren­zung

Für den DAX könn­te die­se Impli­ka­ti­on nun eben­falls einen Impuls aus­lö­sen, der die Bewe­gung der letz­ten Tage beschleui­gen wür­de. Denn mit dem Schluss­kurs stan­den wir wie gezeigt an einer wich­ti­gen Mar­ke. Dies noch ein­mal in grö­ße­rer Zeit­ein­heit dar­ge­stellt:

Chartanalyse DAX mit Hochs aus Dezember

DAX mit Hochs aus Dezem­ber im Chart­bild

Die Bri­sanz wird deut­li­cher, wenn man das Chart­bild bis Anfang Okto­ber auf­zoomt. Denn dann ist auch das All­zeit­hoch im DAX zu sehen, wel­ches damals recht dyna­mi­sch nach einem Sprung über gen­au die­sen Bereich gene­riert wur­de.

Barriere als DAX-Bereich

Mit­tel­fris­ti­ger Bli­ck auf den aktu­el­len DAX-​Bereich

Sel­bi­ges Sze­na­rio könn­te nun anste­hen, wenn die Wall Street nicht schwä­chelt (Unsi­cher­heits­fak­tor 1) und der EUR/​USD nicht mas­siv nach oben bricht (Unsi­cher­heits­fak­tor 2) sowie die poli­ti­sche Lage (Regie­rungs­bil­dung UND Trump-​Kapriolen als Unsi­cher­heits­fak­tor 3) nicht in den Vor­der­grund gespielt wer­den.

Klingt etwas pes­si­mis­ti­sch von mir? Dann erst ein­mal die opti­sche Mög­lich­keit, die auf der Ober­sei­te ent­ste­hen kann:

Gesün­der für den Markt, und bei den aktu­el­len Unsi­cher­heits­fak­to­ren auch durch­aus mög­li­ch, wäre ein Ver­wei­len mit Rück­set­zer als klei­ne Kor­rek­tur der Bewe­gung von 600 Punk­ten:

Die­se soll­te nicht tie­fer als rund 13.190 Punk­te füh­ren und wür­de damit auf die Kon­so­li­die­rungs­zo­ne aus November/​Dezember noch ein­mal auf­set­zen. Von da aus ist ein Anstieg und die letz­te Hür­de im DAX vor All­zeit­hoch sicher noch ein­mal gesün­der mög­li­ch.

Ob sich der Markt letzt­li­ch an die­se „Gesund­heits­emp­feh­lung” hält, obliegt mir nicht. Ich beob­ach­te ihn nur und ver­su­che dar­aus kon­kre­te Trading-​Chancen abzu­lei­ten. Wie „unge­sund” und wie weit man­che Kurs­ver­läu­fe gehen kön­nen, sieht man ja am Kryp­to­markt. Aber das ist ein ande­res The­ma.

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se,

Ihr Andre­as Muel­ler