Wie geht es im DAX an der 13.000 wei­ter?

Andreas Mueller Aktuelles Comments

Für die Bul­len war dies kei­ne gute Woche. Es mutet fast wie ein „Déjà-vu” in Rich­tung Okto­ber bei der Beob­ach­tung des DAX an. Dabei dach­ten sich die meis­ten Markt­teil­neh­mer zum Novem­ber­start, mit der Über­win­dung die­ser Mar­ke sei die Jah­res­en­dral­ly ein­ge­lei­tet und es gibt nur noch stei­gen­de Kur­se. Doch wenig spä­ter wur­den die Bären geweckt und haben erst ein­mal bei 13.525 Punk­ten einen Gegen­an­griff ein­ge­lei­tet. Im Ergeb­nis ste­hen wir nun wie­der dort, wo wir vor einem Monat fast schon „ver­zwei­fel­ten”. Wie geht es wei­ter?

Rück­blick zur Vor­wo­che

Gleich am Mon­tag stand die Unter­stüt­zungs­li­nie zur Dis­po­si­ti­on. Lan­ge hielt sie dem Druck nicht stand, den der DAX nach dem Rück­lauf in der Vor­wo­che, vom letz­ten All­zeit­hoch kom­mend, hier auf­ge­baut hat­te. Im Aus­blick auf die Woche hat­te ich den Bereich hier skiz­ziert und dort mein Haupt­au­gen­merk hin­ge­lenkt. Das Zitat füge ich gleich ins Bild ein:

Die 13000 wirkt im DAX: Vorwoche

Aus­schnitt aus Ana­ly­se DAX der Vor­wo­che

So titel­te auch die Vor­wo­chen­ana­ly­se „DAX unter­bricht sei­ne Rekord­se­rie”. Danach ging alles sehr schnell. Nicht nur die Unter­stüt­zung brach, son­dern die 13.000 wirkt im DAX sofort nach. Wenn, dann rich­tig, sag­ten sich die Markt­teil­neh­mer und steu­er­ten auf die unte­re Range-​Kante direkt durch:

Die 13000 wirkt im DAX: Erster Impuls

Ers­ter Impuls der Abwärts­be­we­gung im DAX

Denn erneu­te Zwei­fel an Trumps Steu­er­plä­nen und durch­misch­te Quar­tals­zah­len sorg­ten für Unru­he. Einen Halt gab es erst wie­der bei der unte­ren Range-​Kante aus Okto­ber, wie hier mit dem Kreis ein­ge­färbt zu sehen. Ab da star­te­te dann auch schon die Gegen­be­we­gung am Nach­mit­tag und führ­te den DAX noch ein­mal zurück über die­ses gezeig­te Unter­stüt­zungs­ni­veau. Denn in den USA lie­fen die Kur­se sogar in die Plus­zo­ne. Die Tagesspan­ne war am Mon­tag mit 203 Punk­te auch die vola­tils­te für den Rest der Woche.

Den­noch war die alte Ran­ge nun wie­der im Fokus der Tra­der (mehr zu mei­nem Tra­ding bei JFD Bro­kers) und mit den Erin­ne­run­gen an Okto­ber im Nacken, wur­den hier auch alte Refle­xe geweckt:

Die 13000 wirkt im DAX: Alte Range

Bekann­te Ran­ge wie­der akti­viert im DAX

Die­se Refle­xe hie­ßen: Magne­tis­mus an der 13.000 ein­schal­ten – die­ser Preis war auch der Tiefst­kurs am Diens­tag – und bei Kur­sen knapp über 13.000 abver­kau­fen sowie bei Kur­sen knapp unter 13.000 kau­fen. Wir ken­nen die­ses „Spiel” um die Mar­ke aus dem Okto­ber nur zu gut.

Eini­ge Bären reiz­ten dies sogar noch aus und sorg­ten mit einem GAP am Mitt­woch auf der Unter­sei­te für Ver­wir­rung und wei­te­ren Abga­be­druck:

Die 13000 wirkt im DAX: GAP-Tag

GAP-​Tag sorg­te für wei­te­ren Druck im DAX

Die­ser ging bis 12.847 Punk­te nach unten und traf dort auf eine sehr span­nen­de Zone. Denn im Mai lagen dort die Hochs im Markt. Man sieht dies im Tageschart recht deut­lich:

Die 13000 wirkt im DAX: Big Picture

Das gro­ße DAX-​Bild

Grün­de waren schnell gefun­den: Der Euro-​Dollar stieg auf fast 1,19 und damit um rund 3 Cent gegen­über den Notie­run­gen vor weni­gen Tagen. Das fol­gen­de Rever­sal führ­te den­noch bis knapp über die ein­gangs gezeig­te Unter­stüt­zungs­zo­ne hin zurück und setz­te Hoff­nun­gen frei. Denn dort befand sich der Abwärts­trend ab dem All­zeit­hoch, wie ich am Don­ners­tag in Vor­be­rei­tung der World of Tra­ding und das Live­tra­ding in mei­nem Kanä­len teil­te:

Knapp dar­über zum XETRA-​Ende aber am Fol­ge­tag wie­der dar­un­ter – so heiß wur­de die­se Linie umkämpft. Und letzt­lich am Frei­tag­nach­mit­tag abver­kauft. Denn dort sank der DAX erneut unter die 13.000er-Marke und schloss letzt­lich auch auch dar­un­ter. Das Wochen­mi­nus hielt sich mit einem Pro­zent in Gren­zen, aber eben der Rück­fall unter 13.000 Punk­te könn­te Nach­we­hen haben.

Aus­blick für die neue Han­dels­wo­che

Das gro­ße Bild könn­te ein wenig Hoff­nung geben. Aller­dings ist der Abwärts­trend im Stun­den­chart wei­ter­hin intakt. Aus­ge­hend vom All­zeit­hoch bei 13.525 Punk­ten und in Anleh­nung an das letz­te Chart­bild hier kann die­ser nun bis fast 13.000 Punk­ten hin­ab wie folgt ein­ge­zeich­net wer­den und bedeu­tet: die 13000 wirkt im DAX wei­ter nach:

Die 13000 wirkt im DAX: Abwärtstrend

Abwärts­trend im DAX sicht­bar

Erst eine Über­win­dung die­ser Linie in Kom­bi­na­ti­on mit dem einem Schluss­kurs über 13.080 Punk­ten wür­de hier die Bul­len wie­der ins Spiel brin­gen:

Die 13000 wirkt im DAX: bullisch

Ent­span­nung erst ab die­sem Aus­bruch im DAX

Dann steht aus die­sem Chart­bild her­aus der 13.200 nichts mehr im Wege und mit stei­gen­der Wall Street viel­leicht auch ein neu­er Angriff auf die All­zeit­hochs bis Jah­res­en­de.

Bis die­se Linie aller­dings bricht, ist ein wei­te­rer Kampf um die 13.000 sehr wahr­schein­lich. Die Bären wer­den ver­su­chen, den Markt erneut zur 12.850 zu zie­hen und den Abwärts­trend fort­zu­set­zen. Dort ist die aktu­ell grö­ße­re Unter­stüt­zung im Markt zu sehen. Auf dem Weg dahin kann man sicher­lich intra­day auch auf die 12.930 als unte­re Range-​Kante des Okto­bers schau­en. Sie hat jedoch nicht so star­ke Rele­vanz wie die 12.850 hier im Stun­den­chart:

Die 13000 wirkt im DAX: Bären

Bären set­zen erst ein­mal dar­auf im DAX

Ob wir dort ein Dop­pel­tief und eine Jah­res­en­dral­ly star­ten oder vor­her die Abwärts­trend­li­nie bre­chen, ver­mag ich nicht abzu­schät­zen. Im Grun­de ist dies auch nicht wich­tig, da die Aus­sich­ten auf stei­gen­de Kur­se nicht durch die­se Woche pau­schal ein­ge­trübt wur­den. Auf Sicht eines Monats sind wir genau wie­der bei Plus­mi­nus Null und im lau­fen­den Jahr etwa 13 Pro­zent im Gewinn.

Zudem ist noch immer das vier­te Quar­tal für die Akti­en­märk­te his­to­risch betrach­tet ein posi­ti­ves Quar­tal. Bei den jüngs­ten Unter­neh­mens­zah­len wur­den zumin­dest die Erwar­tun­gen erfüllt. Damit kann man durch­aus wei­ter posi­tiv gestimmt blei­ben. Dazu kam, dass es dann doch einen Geset­zes­ent­wurf von Donald Trump zur Steu­e­re­form gab. Hier muss „nur noch” der Senat zustim­men. Und es steht der Cyber Mon­day vor der Tür, ein Grad­mes­ser für die Kon­sum­lau­ne welt­weit!

Ich selbst hal­te mich an die Chart­tech­nik und suche dann intra­day nach Trading-​Chancen auf Basis der hier erar­bei­te­ten gro­ßen Signa­le und Char­tein­stel­lun­gen. Zur Ori­en­tie­rung sind noch fol­gen­de Ter­mi­ne wich­tig. Am Mon­tag spricht EZB-​Chef Mario Draghi, am Mitt­woch FED-​Chefin Janet Yel­len und das Noten­bank­pro­to­koll wird zudem ver­öf­fent­licht. Hoch­span­nung also am Wäh­rungs­markt, der sicher­lich wie­der auf die Akti­en­märk­te Aus­wir­kun­gen haben wird.

Herz­li­chen Dank für Ihr Inter­es­se und einen erfolg­rei­chen Wochen­start,

Ihr Andre­as Muel­ler (Bernecker1977)